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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
Date
1939-01-01
Page
Seite 117 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מגצפך 117 Fassen wir die Beobachtungen an allen genannten Buchstaben zusammen, so erscheinen als gleichzeitig in: Periode 2: offenes Mem, He, Taw; Periode 3: offenes und geschlossenes Mem ohne Unterschied nebeneinander, aber offenes He; Periode 4: Vorherrschaft und Alleinherrschaft des geschlossenen Mem, Entstehung des Schleifen-Alef und Schleifen-Taw, das neben dem offenen noch vorkommt, zuletzt Schleifen-He, das Pap. Nash noch nicht kennt. Freilich sind diese Entwicklungen zeitlich nicht fest abgegrenzt. In derselben Zeit, da an einer Stelle ein bestimmter Usus sich neu entwickelt hat, hält man anderwärts an der älteren Schreibweise fest. Alte Kodizes, die man abschreibt, erneuern die frühere Schreibweise. Und ähnlich herrschen ja auch in unserer heutigen Schrift in allen Sprachen verschiedene Formen, ältere und jüngere, nebeneinander, und je nach Vorliebe oder Ausbildung schreibt der eine so, der andere anders. Und so zeigt z. B. Papyrus Nash in bezug auf Taw und Alef eine weitere Entwicklung, während er in bezug auf das Mem noch einer etwas früheren Zeit nahesteht. Versuchen wir unter Rücksichtnahme auf diese Momente die Stelle zu bestimmen, die unser masoretischer Text innerhalb dieser Entwicklung einnimmt, so ist zunächst, festzustellen, daß er zwar jünger ist als Periode 2, aber älter als die genannten Dokumente der Periode 4. Er kennt kein geschlossenes He und kein geschlossenes Taw oder Alef, und auch das geschlossene Mem hat sich nur teil־־ weise, nicht allgemein, durchgesetzt. Es steht nur am Wortende, nicht wie etwa in vielen Ossuarien auch in der Wortmitte. Und wenn an der einzigen Stelle Jes 96 למרבה mit geschlossenem Mem geschrieben ist, so ist das nicht ein Rest früheren Zustands, sondern eine Spur des Beginnes einer Entwicklung, die in anderem Bereich, im Syrischen, in der Schreibweise der Zeit der talmudischen Aus- Sprüche, und schon in einem Teil der Ossuarien, in bezug auf Taw und Alef selbst im Papyrus Nash, zu einer anderen Schreibweise geführt hat.

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