Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Der Ibri
- Date
- 1939-01-01
- Page
- 66 (sequence 1)
- Language
- German
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Der Ihn Von Leo Israel Baeck Nicht in seinem Ursprünge mir, sondern ebenso sehr in seiner Bedeutung ist das alte Wort עברי, ibri, dem die Septuaginta die Übersetzung ״'Eßpaios“, ״Hebräer“, gegeben hatte, noch vielfach im Ungewissen geblieben. Die üblichen Erklärungen1 sind zum mindesten nicht ausreichend. Um zu einer Klarheit zu gelangen, ist es erforderlich, von einem auszugehen, davon nämlich, daß sich, wenn zunächst von einem Satze aus späterer Zeit (Jona 19) abgesehen wird, welcher einer gewollten Altertümlichkeit dient, eine Tatsache deutlich darbietet: das Wort ibri hat innerhalb der Bibel seinen Platz in drei ganz verschiedenen Bezirken; in jedem von ihnen besitzt es seinen eigenen, besonderen Sinn. Das erste Gebiet, in dem es seine Stelle hat, ist die Geschichte von Joseph und Moses, soweit sie in Ägypten spielt, und die der Kämpfe zwischen den Philistern und den Israeliten. Hier wird das Wort ausschließlich von Ägyptern und Philistern selbst oder im Gespräch mit ihnen, d.i.in ihrer Sprechweise, gebraucht, und es bezieht sich in ihrem Munde oder vor ihrem Ohre, bzw. von ihnen her Und zu ihnen hin, auf Einzelne oder eine Gesamtheit der Menschen, die von Abraham, Isaak, Jakob herstammen. So sagt die Frau des Potiphar: ,,Er hat uns einen hebräischen Mann, isch ibri, gebracht“ (Gen 3914); ,,zu mir ist der hebräische Knecht, haebed haibri, gekommen“ (3917). So erzählt der Mundschenk: ״Dort war bei uns ein hebräischer Knabe, naar ibri, ein Knecht, dem Obersten der Henker gehörig“ (4112). So hatte Joseph im Kerker dem Mundschenk geklagt: ״Gestohlen bin ich worden 1Ausführliche Literaturangabe s. im EGG2 und in Encyclopa eäia Judaica s. v., sowie dann auch bei E. Würthwein in Deutsche Theologie 1939, S. 217ff. Hierzu noch Oswald Spengler, Zur Weltgesch. des zweiten vorchristl. Jahrtausends, in Eeden u. Aufs., S. 268ff. sowie die Bibelkommentare.