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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. 47

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Erzählung von Abraham
Date
1939-01-01
Page
47 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Zur Erzählung von Abraham Von Martin Buber 1 Das Blich Genesis will Toledot erzählen. Es ist ihm darum zu tun, die Toledot des Volkes Israel aus den Toledot des Menschengeschlechts und diese aus den Toledot des Himmels und der Erde herauszuentwickeln. Die Kosmogonie, die Entstehung der Welt, wird um der Ethnogonie, der Entstehung eines Volkes willen erzählt. Wir sollen den Sinn seines Ursprungs bis in den Sinn des Weltur- Sprungs zurückverfolgen, bis in die Absicht des Schöpfers mit seiner Schöpfung hinein. Gewiß, die Bibel trägt keine theologischen Sätze über diese Absicht und diesen Sinn vor, sie erzählt nur, aber was sie erzählt ist Theologie, die biblische Theologie ist eine erzählte Theologie. Man kann das Buch nicht wirklich aufnehmen, wenn man es nicht so aufnimmt: als eine Lehre die nichts ist als Geschichte, als eine Geschichte die nichts ist als Lehre. Wir erfahren die Weltgeschichte als Geschichte Israels; und eben darin, nur darin und nicht außerhalb davon, empfangen wir die Lehre, wozu es die Welt gibt und wozu es Israel gibt, beides in einem. Das Buch Genesis beginnt mit zwei Schöpfungsberichten, die, gleichviel wann und wie der eine, wann und wie der andere entstanden ist, einander genau ergänzen, wie Natur und Geist, wie das Gefühl des Menschen, als Spätgeborener am Rande des Kosmos zu stehen, und das Gefühl des Menschen, als Erstgeborener in der Mitte seiner Welt zu stehen. Am Schluß des ersten Schöpfungsberichts steht ein doppelter Segen: an die ersten Menschen und an den Sabbat, am Schluß des zweiten Berichts steht ein doppelter Fluch: an die ersten Menschen und an den Erdboden. Zwischen beiden steht die Sünde. Mit dem Segen ist der natürliche Mensch eingesetzt, mit dem Fluch der geschichtliche Mensch, mit beiden zusammen das Doppelwesen und das Doppellos des Menschen. Die so in die Welt und Weltgeschichte gesandte erste Mensch-

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