Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Spruch-Verse über Sebulon
Date
1939-01-01
Page
Seite 45 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850765--55703-2850900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die »Spruch-Verse über Sebulon 45 Die Interpretation der Sprüche ist beendet, aber nicht die ganze Behandlung des Themas. Man wird nicht erwarten, daß hier von einer Versgruppe her die Frage nach der Zeit, in der die Sprüche entstanden sind, behandelt werden könnte; dazu müßte noch über das Ganze der beiden Spruchreihen hinausgegangen und die literarische Gattung mit allen ihren Bezügen in die Untersuchung einbezogen werden. Nur ein Punkt dieses Bereiches würde es nötig machen, daß hier über ihn gesprochen wird, weil er mit der Frage des geschichtlichen Inhalts der beiden Sprüche zusammenhängt, der mit den Mitteln der Interpretation noch nicht genügend erschloßsen werden konnte. Die Untersuchung müßte sich nun zur historischen Kombination wenden, und die literarische Frage, die in diesen Zusammenhang einzulbeziehen wäre, betrifft das zeitliche Verhältnis des Jaqobspruchs über Sebulon zu dem Spruche über Ascher im Liede der Debora. Aber da ich den mir hier zur Verfügung gestellten Raum schon erheblich überschritten habe, muß ich mich zunächst damit begnügen, das Problem und seine Lösung nur anzudeuten, um andernorts im Zusammenhang einer Behändlung beider Spruchreihen ausführlicher darauf zurückzukommen. Das Problem besteht darin, daß Rieht 517 von Ascher das ausgesagt ist, was wir im Jaqobsprueh von Sebulon kennenlernten: א^ר י עזב לחוף יפדם ועל םפךציו .י#כ1ן. Es hat also eine Veränderung an der Küste stattgefunden. Wer hat früher an ihr gesessen % E. Meyer will (a. a. 0. S. 537) nur ein zeitweiliges Herankommen Sebulons an das Meer anerkennen, ״vielleicht zwischen Akko und dem Karmel“. Diese geographische Bestimmung zeigt die ganze Haltlosigkeit seiner Ansicht, sie läßt grade das beiseite, worauf es ankommt, den Sitz an der Küste nordwärts auf Tyrus zu. Wenn man steigern dürfte, müßte man noch unhaltbarer die Ansicht Kittels nennen, der Ascher eine Ausdehnung bis zum Karmel vindiziert und den Spruch über Sebulon mit der Bemerkung entkräftet, daß ״er schwerlich wörtlich zu nehmen“ sei (a. a. 0. II S. 12f.). Aber die Steigerung müßte sich zum Superlativ fortsetzen: denn Gunkel und Greßmann wollen im Jaqob- Spruch das Ältere gegenüber dem Vers des Deboraliedes erkennen, in dem der ursprünglich für Sebulon geltende Spruch auf Ascher ״umgedeutet“ worden sein soll (Gunkel z. St.); also sollen dem Jaqobsprueh ״ältere, vorgeschichtliche Tatsachen zugrunde liegen“91 (Greßmann S. 178), soll Sebulon durch Ascher von der Küste abgedrängt und ״in diesem Falle das Deboralied jünger als Gen 49 und Dt 33 sein“. Es kann demgegenüber auf Gegebenes hingewiesen werden. Die Interpretation des Jaqobspruckes hat gezeigt, daß ein Vorrücken Sebulons nach 91 Gunkel will die Priorität des Jaqobspruchs auch damit beweisen, daß in ihm ursprünglich יןב׳ל statt gestanden habe. Man braucht nicht nur die Unwahrscheinlichkeit einer Änderung, die dem Verse seine sprachliehe Pointe nähme, zu betonen, es läßt sich zeigen, daß זבל eine spezifisch sakrale Bedeutung hatte und so der Name Sebulon zu erklären ist; aber auch dies kann hier nur angedeutet werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.