Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Spruch-Verse über Sebulon
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850765--55668-2850865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10 Eugen Israel Täubler logisch aus den Namen zu entwickeln. Es ist nicht als Wortspiel, sondern als Ableitung anzusehen, daß der Name Gad, Ursprung־־ lieh die Bezeichnung des Glücksgottes, mit (גיד (3ךד ,,(einschneiden), bedrängen“ zusammengebracht wird: der aufgelöst siedelnde Stamm muß andauernd bereit sein, Bedränger — es sind die halbnomadischen Ammoniter — abzuwehren und ihnen nachzusetzen. Und bei dem Stamme Dan, der seine Sitze hoch oben am Fuße des Hermon hatte, in der Nachbarschaft fremder Völker und an der Kreuzung vielbegangener Wege, die von Damaskus nach Tyrus und aus der Biqca nach Süden führten, veranlaßte die — sicher nicht anzuerkennende — etymologische Ableitung, in recht bezeichnender Weise zu sagen, daß er sein eigener Recht- Sprecher, d.h. selbständig blieb, was, wenigstens in seiner jetzigen Form (vgl. S. 44), nicht nur mit Bezug auf sein Verhältnis zu anderen israelitischen Stämmen, sondern auch zu den benachbarten Fremdvölkern gesagt ist: denn nur so läßt es sich verstehen, daß es weiter heißt, er erwehre sich durchziehender Feinde wegen seiner kleinen Zahl mit List wie die Schlange am Wege; wie ein aus Baschan hervorbrechender Löwe heißt es in den Sprü־־ chen des Mose Dt 33 22. Noch näher lag die Bezogenheit zwischen Namen und Lebensform bei dem Stamme Issachar, der, unkriegerisch geworden im Gegensatz zu seinem Auftreten zur Zeit der Debora, zu einer dienenden Tätigkeit hinabgesunken war: bildhaft, ein zwischen den Hürden hingelagerter, auf Ruhe bedachter Packesel. Ebenso nahe lag es schließlich, den Stamm Ascher nach dem Reichtum der Erträgnisse seines Landes benannt sein zu lassen und nichts als dies von diesem politisch nie hervorgetretenen Stamm auszusagen. Das ist ohne jede poetische Prägnanz; aber noch schwächer wäre die Aussage über Sebulon, v/enn sie nichts mehr enthielte, als die durch Ableitung von dem Denominativ ״ זבלwohnen“ veranlaßte Angabe, welches Gebiet er bewohnte; und zunächst scheint es tatsächlich nicht möglich, dem Vers mehr zu entnehmen. Er erscheint, ich wiederhole es, ebenso matt in der Form wie inhaltslos, und das ist um so auffälliger, als der