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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 64

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 64 (sequence 3)
Language
German
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64 Besprechungen Urtexte. Es dürfe niemals die innergr. Textgeschichte außer Acht gelassen werden: Der LXX״Text habe im Laufe der Zeit eine Wandlung in Form von Zufügungen und Erweiterungen erfahren, so daß in manchen Fällen es äußerst schwierig sei, nachzuweisen, ob das Plus innergr. zu erklären sei oder bereits in der Vorlage der LXX gestanden habe. Im V. Kap. über ״Die Bilder und Vergleiche in der Js״LXX“ (S. 80—103) weist der Verfasser an markanten Beispielen nach, wie der Js״Übersetzer bestrebt war, die einzelnen biblischen Ausdrücke und Allegorien frei zu übersetzen und zu deuten. Eine Reihe von Vergleichen haben in der Js״LXX eine ganz andere Gestalt als im MT., der Grund der Abweichung liege meistens in der Schwierigkeit der hebräischen Ausdrücke, die der Übersetzer nicht richtig verstand (S. 96—100). In manchen Stellen habe der Übersetzer sogar Vergleiche ohne textliche Grundlage neu geschaffen (S. 100—102). ״Beziehungen der Js״LXX zu anderen Schriften des A. T.“ (VI. Kap., S. 103—134) seien im allgemeinen schwer festzustellen. Es finden sich zwar manche Berührungspunkte, be״ sonders in den gesetzlichen Termini und in manchen seltsamen Wieder״ gaben, denen wir sowohl in der Pent.״LXX wie auch in der Js״LXX begegnen, aber damit sei noch keine Abhängigkeit gegeben. Im VII. Kap. über die ״Gegenseitige Beeinflussung sinnverwandter Stellen in der Js.״LXX“ (S. 134 bis 175) hat der Verfasser im Gegensatz zu anderen Forschern durch zahl״ reiche. Belege überzeugend nachgewiesen, daß gerade bei der Js״LXX irgend ein Wort oder eine Wendung, die vom MT. ab weicht, nicht aus dem Zu״ sammenhang genommen und für sich allein betrachtet werden dürfe, sondern nach dem ganzen Kontext der Stelle und ihren Parallelen gewertet werden müsse, erst so lasse sich manche Differenz der LXX dem MT. gegenüber erklären (S. 135). Hierdurch erübrigen sich viele Konjekturen des MT. Im interessantesten VXII. Schlußkapitel behandelt der Verfasser den alexan״ drinisch״ägyptischen Hintergrund der Js״LXX (S. 175—212). In keinem anderen Buche der LXX treten so viele Aegyptizismen auf wie in der Js״ Übersetzung, besonders dann, wenn der Übersetzer sich nicht streng an die Vorlage hält. Viele Ausdrücke und Redensarten werden erst aus der alexandrinisch״griechischen Umwelt ihrem ganzen Inhalte nach deutlich. Ab״ weichend von der hebräischen Vorlage begegnen uns in der Js״Übersetzung öfters Wiedergaben, die auf landwirtschaftliche, topographische, politisch״ wirtschaftliche, rechtliche, geographische wie Jbotanisch״zoologische Ver״ hältnisse in Ägypten anspielen. Besonders aufschlußreich vom Standpunkte der ägyptisch״alexandrinischen Beeinflussung ist die Untersuchung der Js״LXX zu 318-24 (S. 203^-211). Die gr. Fassung stellt ein merkwürdiges Stück der alexandrinisch״ägyptischen Kulturgeschichte dar. Der Übersetzer konnte nicht, wie es auch heute der Fall ist, die in 318-24 angeführten Gegen״ stände mit richtigem Namen, wiedergeben, deshalb zählt er die verschiedenen Schmuckgegenstände und Damenkleider mit ihrem damals gebräuchlichen Namen auf. Im allgemeinen ist die Untersuchung ZiegLers eine schöne Bereicherung der LXX״Forschung und eine dringende Warnung vor allzu eiligen Konjek״ tuxen des MT. auf Grund der LXX. Moses Sister.

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