Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 63 oft ein Wort aus dem Zusammenhang reißen und es mit der gr. Wiedergäbe vergleichen“1, legt Z. besonderes Gewicht auf den Kontext und auf die parallelen und verwandten Stellen. Die Grundfrage der Untersuchung, ob der Js-LXX ein abweichender hebräischer Text zugrunde lag oder ob ihr hebräischer Text mit MT. übereinstimmt, wird dahin beantwortet, die Js-LXX sei als textkritische Autorität mit aller Vorsicht zu gebrauchen. Im I. Kap. gibt der Verfasser ״einleitende Bemerkungen zur Über״ Setzungsmethode des Js-Übersetzers“ (S. 1—31). Der Js-Übersetzer sei nicht ängstlich darauf bedacht, seine Vorlage Wort für Wort wiederzugeben, und bekannte oder seltene Wörter lasse er einfach aus, wenn dadurch der Sinn des Satzes nicht gestört wird. Er habe eine ausgesprochene Neigung, zu erklären und zu deuten. Wir begegnen in der Js-LXX vielen freien Über- Setzungen, Synonyme Ausdrücke werden oft in der Übersetzung zusammengezogen. Ein und dasselbe hebräische Wort wird nicht selten durch verschiedene Aequi valente wieder gegeben und umgekehrt, hebräische Synonyma werden häufig durch dasselbe gr. Wort wieder gegeben. Im II. Kap. über ״Die Echtheit der Js-LXX“ (S. 31—46) bringt der Verfasser überzeugende Belege dafür, daß die verschiedene Wiedergabe desselben hebräisehen Wortes kein Beweis für die Verschiedenheit der Übersetzer von Js I und Js II sei (gegen Gray und Baumgärtel). Die Verwendung verschiedener Partikeln, Präpositionen usw. weist keine Besonderheit zwischen Js-LXX I und II auf. Eine Reihe von charakteristischen Wendungen und einheitliehen Übersetzungen kehren im ganzen Buche wieder. ״Es ist schwer, die Frage der Einheit der Js-LXX zu entscheiden, die zahlreichen Sonderheiten der beiden Teile sprechen für eine Verschiedenheit der Übersetzer, andererseits laufen auch zwischen Js I und II so viele Verbindungslinien, daß es unmöglich ist, zwischen beide Teile einen scharfen Trennungsstrich zu ziehen“ (S. 45). Die Uneinheitlichkeit von Js I und II will der Verfasser dadurch erklären, daß der Js-Übersetzer bereits eine Js-Übersetzung — vielleicht nur in einzelnen Teilen — vorfand und sie dann mehr oder weniger überarbeitete. Die Sonderstellung des 66. Kap. in der Übersetzung würde sich dann derart erklären, daß die Übersetzung dieses Kap. nicht umgearbeitet worden ist. Im 111. Kap. behandelt der Verfasser ״Das Minus der Js-LXX' (S. 46 bis 56). Größere Textausfälle seien selten. Dagegen seien öfters Versteile, Synonyme und schwierige Ausdrücke ausgelassen. Dieses Fehlen bildet für den Verfasser keinen hinreichenden Grund für Streichungen im MT. im Gegensatz zu Schulz, der das Mehr im MT. als späteren Zusatz betrachtet. Auch ״das Plus der Js-LXX“ (IV. Kapitel, Seite 56—80), wie die sogenannten Doppelübersetzungen, pleonastischen Zusätze, verdeutlichenden Wiedergaben, Ergänzungen der im MT. fehlenden Subj. u. Obj. gäbe keine Grundlage für die Rekonstruktion eines vermeintlich fehlenden Gliedes im 1 Die Unhaltbarkeit dieser Methode hat schon Ch. Heller in ״Untersuchungen zur LXX, I. Die Tychsen-Wutzsche Transkriptionstheorie“, Berlin 1932, S. 81 ff. nachgewiesen.