Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 5)
- Language
- German
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62 Besprechungen was die außerbiblische Antike uns zu geben hat. Ohne zu werten, sieht E. ein echtes Spannungsverhältnis zwischen der biblischen und außerbiblischen Antike. Das wird an 2 Beispielen erklärt, von denen vor allem das zweite unsere ganze Aufmerksamkeit verdient: Der Monotheismus des Hellenismus denkt Gott als Neutrum, während der Gott der Bibel der persönliche Gott ist, ein Gegensatz, der noch heute ״in einer die Grenze zwischen Gott und Mensch verwischender Mystik“ auf der einen Seite und dem per״ sönlichen Gottesglauben auf der anderen Seite da ist. Auch für das Ver״ hältnis zwischen Gott und Volk bzw. Herrscher sind die in beiden Kultur״ strömen gegebenen Antworten verschieden. Hier Gottes Alleinherrschaft über alle Völker und Könige, dort die Vergöttlichung altorientalischer Könige, und die kultische Verehrung von Diadochen. Das ist fürwahr ein wesentlicher Unterschied, ja, ein konstitutives Element der jüdischen Ge״ schichte überhaupt. Mit dem Problem des altt. Schöpfungsglaubens beschäftigt sich v. Rad. Die Quintessenz seiner Ausführungen, die aber nicht auf das Religions״ geschichtliche abzielen, daß im A. T. der Schöpfungsglaube nicht selb״ ständig und nicht primär ist, sondern fast durchweg vom Heilsglauben ab״ hängig. (Vgl. Jes 51101). Da wo wir auf die Natur als Offenbarung Gottes, auf selbständige Dokumente des Schöpfungsglaubens stoßen, wie im Ps 8, Ps 104 und in der Weisheitsliteratur — die Weisheitsliteratur erfährt eine besondere und von dem Standpunkt von Rads und anderer verschiedene Behandlung in dem Aufsatz von A. Causse: La Sagesse et la propagande juive ä Tepoque perse et hellenistique — nimmt v. Rad ägyptische Herkunft an. Es ist einleuchtend, daß an der Bevorzugung des Soteriologischen det Kampf gegen die Naturreligiön und die Hinwendung auf die Geschichte ihren Anteil haben. Es dürfte aber zu weit gehen, auch das 1. Kap. der Genesis in diesen soteriologischen Rahmen einzuspannen. Damit wäre der Anzeige und Besprechung eines zusammengehörigen Kreises von Referaten genügt. Der reiche Inhalt dieses Buches und somit der Tagung ist damit keineswegs ausgeschöpft. Wir werden noch des öfteren auf sie zurückzukommen haben, und dann vor allem ein Referat zu besprechen haben, das nicht in den Bereich der prinzipiellen Ausein״ andersetzung gehört, das aber in origineller und fruchtbarer Weise wirk״ liches Textverständnis (Selbstverständnis) zu einer, wie ich glaube, folgen״ reichen problemgeschichtlichen Untersuchung erweitert. Es sei wenigstens darauf hingewiesen: The Hebrew Conception of Corporate Personality. Dieses Referat wurde von H. Wheeler Robinson in Oxford gehalten. Max Grünewald. Untersuchungen zur Septuaginta des Buches Isaias von Dr. theol. Joseph Ziegler, Münster, Verlag der Aschendorff sehen Verlagsbuchhand״ lung (VII, 220S.) 1934. (Alttestamentliche Abhandlungen hrsg. von A. Schulz, Breslau, XII. Band, 3. Heft.) Das Werk ist eine gründliche, methodisch einwandfreie Arbeit, die weit über die vorhandenen Untersuchungen hinausführt. Im Gegensatz zu Scholz, Ottley, Wutz und Fischer, die ״eine Lösung versuchen, indem sie