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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 59

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 59 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 59 etablir des nouvelles. Die Junkersche Abhandlung spielt in einen weit״ schichtigen Fragenkreis hinein, der mit ״Textgeschichte und Übersetzung“ zu umschreiben wäre, und der in dem vorliegenden Band von verschiedenen Seiten her eine interessante Behandlung erfahren hat. Diese Arbeiten werden uns in einem späteren Heft anläßlich einer Würdigung der neuesten jüdischen Bibelübersetzungen beschäftigen. Daß die Göttinger Tagung eine Folge gehabt hat, und daß sie geeignet ist, eine neue Form der Zu״ sammenarbeit zu begründen, zeigt u. a. ein Beitrag von Paul Vplz: Ein Arbeitsplan für die Textkritik des A. T. in ZAW 1936, Heft 1/2, S. 100. Auch darauf wird noch einzugehen sein. Die Zusammenarbeit und gegen״׳ seitige Bezugnahme ist in den Referaten der Tagung selbst bemerkenswert. So entsteht zuweilen der Eindruck eines echten Gesprächs. Vielleicht hat dazu beigetragen, daß man an einem gewissen Abschluß und vielleicht so״ gar Wendepunkt in der alttestamentlichen Forschung angelangt zu sein glaubt. Das erste gilt z. B. für die Arbeit an der Septuaginta. In das Kongreß jahr fällt zugleich die Herausgabe der von der Stuttgarter Bibeln gesellschaft gedruckten Rahlfsschen Septuaginta und somit die Erfüllung des Vermächtnisses von Paul de Lagarde. Das zweite gilt' für die Stellung zum A. T. überhaupt. ״Man ist der alten Fragestellungen ein wenig müde geworden“, sagt Joh. Lindblom in seinem Referat. Und Paul, Volz bezieht eine Kampfstellung, wenn er es den Alttestamentlern in seiner Eröffnungs״ rede zur Pflicht macht, ״den Sonderwert des A. T. neben dem N. T. in Publikation und Vorlesung dar zustellen“. Er geht weiter und bekennt: ״Die im A. T. bezeugte Offenbarung wird im N. T. nicht aufgehoben“. Alt« testamentliehe und neutestamentliche Gottesauffassung sieht er als wesens״ eins an, ״denn auch die Heiligkeit des altt. Gottes ist nicht heiliger Zorn, sondern heilige Liebe, nicht Gericht und Tod, sondern Erlösung und Schöpfung“. Man kann nun nicht sagen, daß diese Ansicht den Kongreß bis zu Ende hindurch begleitet hat. Es konnte nicht aüsbleiben, daß der jeweilige Standort des Referenten, seine weltanschauliche Einstellung, auch sein Verhältnis zum Ä. T. bestimmt. Die Leiter der Tagung haben das ihrige dazu getan, die Gegensätze in der Sache zum Ausdruck kommen zu lassen und haben den Weg einer unglaubwürdigen Harmonisierung ver״ mieden. Die notwendige Subjektivität aber hat ihre Grenze überall da, wo es ein ״eindeutiges Wissen“ gibt. Es ist das dem Forscher sich darbietende Erkenntnismaterial, das ״seine innere Lauterkeit auf die Probe stellt, wie weit er bereit ist, dem Anspruch der Wirklichkeit, die auf ihn eindringt, zu gehorchen.“ Dem Zweifel aber, wie weit eine so geartete Subjektivität dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit genügen kann, begegnet Hempel mit dem Satz, daß auch in der Voraussetzung aller Wissenschaft unaus״ gesprochen ein Glaubensurteil — unbewußten Gottesdienst nennt er es — lebt, ״daß nämlich alle Wirklichkeit, die Wirklichkeit des Geschehens und die Wirklichkeit des Erkenntnisaktes, ihren Ursprung in dem selben Gotte haben.“ Die Voranstellung dieser Sätze soll klar machen, daß bei aller Mannigfaltigkeit der Tagungsgegenstände die theologischen Fragen im Mittelpunkt standen. Hinter den wohlabgewogenen Referaten ist der Sturm

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