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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Neue Wege der Bibelwissenschaft
Date
1938-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 Bruno Finkelscherer und sein Vergleichsmaterial erstreckt sich auf alle sem. Sprachen, so daß auch in Fällen, in denen der Verfasser sehr gewagte Erklärungen bietet, (so 417, 710, 913. In den letzten beiden Fällen hält N. das Wort על für einen Gottesnamen, was trotz אל עליון unbelegt ist), seine Ausführungen lehrreich sind. Sein sprachliches Einfühlungsvermögen ist so groß, daß er nicht selten, auch da, wo er nur zu raten behauptet, das Richtige trifft. Hos 114 ist אדם des parallelen אהבה wegen schwierig. N. vermutet in אדם ein Wort für Liebe. Er vokalisiert אדם d׳as mit ידל zusammenhängt (^i )r vor i nach Brockelmann, Grundriß I, 248) und eine ähnliche Adverbialbildung, wie חנם oder דומם ist. Jetzt wissen wir, daß in den Ugarittexten von Ras Schamra das Wort יד im Sinne von ״Liebe" vorkommt20. Nicht selten kommt N. auf Grund seiner sprachlichen Untersuchungen zu Ergebnissen, die sich mit denen der alten jüdischen Erklärer — die leider von der mo~ deinen BW. zu sehr vernachlässigt werden — decken. 10 nimmt er für נשא אשא die gegenteilige Bed., die der Ausdruck sonst hat — also ״die Sünde voll anrechnen". Ähnlich schon Raschi auf Grund von Gen 4334. Der Gewinn, den die Durcharbeitung der Studien Nybergs mit sich bringt, ist nicht eine Zahl von neuen, dem Geiste der hebr. Sprache fremden Konjekturen, sondern eine wahre Bereicherung unserer Kenntnisse der Grammatik und Syntax des Hebr. wie der Religion Israels. Yon seiner Methode können die schönen Worte Franz Rosenzweigs30 angewandt werden: ״die prinzipielle Bereitschaft zur philologischen Textänderung ist durch eine ebenso prinzipielle philologische Ängstlichkeit und ein immerwährendes Mißtrauen gegen das notwendig Hypothetische der Wissenschaft neutralisiert.“ Der Qilead-Vertrag. Von Bruno Finkelscherer. Der Vertrag von Gal4ed Gilead* 1 zwischen Laban und Jakob2 weist eine merkwürdige Zwiespältigkeit auf3. Im einen Teil erscheint Jakob als gleichberechtigt, der andere ver- 29 Vgl. Ginsberg, Kitwe Ugarit, Jerusalem 1936, S. 29, der schon auf N. verweist. 30 Die Echtheit der Bibel in Buber«Rosenzweig, die Schrift und ihre Verdeutschung S. 47. 1 Zur Namensgleichung s. z. B. R. Mose b. Nahman z. St., Gunkel in Nowacks (Göttinger) Handkommentar z. AT I 1 S. 350, 352, auch Dillmann, Genesis4 336, Procksch in Sellins Kommentar z. AT F 365; anders Jacob, Das 1. Buch der Tora 626. 2 Gen 3144 f. 3 Gunkel Handkomm. 350.

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