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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Briefe von Ludwig Markus an Leopold Zunz
Date
1937-01-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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178 Ismar Elbogen Nach, diesem Lande zogen ihn wohl zunächst die Untersuchungen über die Falaschas, einen jüdischen Stamm, der lange in den abessinischen Gebirgen seine Unabhängigkeit bewahrt hat. Ja, obgleich sein Wissen sich über alle Weltgegenden verbreitete, so wußte Markus doch am besten Bescheid hinter den Mondgebirgen Aetkiopiens, an den verborgenen Quellen des Nils.“3 Wegen dieser Vorliebe gab ihm Heine den Spottnamen eines ״Königs von Abessinien“, als er ihm unerwartet in Paris auf der Straße begegnete und von seinem Begleiter gefragt wurde, wer denn der seltsame Mann wäre. ״Ein kleiner schmächtiger Leib wie der eines Jungen von 8 Jahren, und im Antlitz eine Greisenhaftigkeit, die wir gewöhnlich mit einem verbogenen Rückgrat gepaart finden. Eine solche Mißförmlichkeit aber war nicht an ihm zu bemerken, und eben über diesen Mangel wunderte man sich.“ Für seine schöne Seele, so bemerkt Heine, hätte der Schöpfer wirklich eine bessere Enveloppe erschaffen können! Ludwig Markus war ein höchst unglücklicher Mensch, auch von Krankheiten schwer heimgesucht. Schon als Berliner Student litt er an geistigen Depressionen, einer der ersten Briefe berichtet von einem längeren Aufenthalt im Krankenhause. 1825 ging er mit Empfehlungen des Herzogs von Anhalt-Dessau, der den hochbegabten Mann von Jugend auf gefördert hatte, nach Paris, wo er sich bald des Schutzes des berühmten Naturforschers Cuvier erfreute, durch dessen Einfluß er schließlich auch eine Anstellung als Gymnasiallehrer in Dijon erhielt. Er gab diese auf, weil er sich seelisch bedrückt fühlte, kehrte nach Paris zurück, wo er wieder eifrig wissenschaftlich arbeitete, aber 1838 gefährlich erkrankte, so daß er seine Arbeit nicht zu Ende führen konnte. Er genas, litt unter neuen Anfällen, verfiel schließlich im Jahre 1842 in Wahnsinn und starb nach wenigen Wochen. Seine hinterlassenen Manuskripte sollte Salomon Munk4, der den selbstlosen Forscher außerordentlich schätzte, 3 Ebenso wie die folgenden biographischen Daten Heines Denkworten entnommen. ׳ י M I ■ר 4 1803—67, seit 1828 in Paris. Munk hat Markus in den Archives Israe« lites, 1&43, S. 541—49, einen warmherzigen Nachruf gewidmet, der Markus'

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