Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus der Literatur über die Karäer
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2830023-2830025-2850422--54589-2850599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
144 Isaak Markon Menge von Texten, die größtenteils zum ersten Mal veröffentlicht sind. Das Werk ist eingeteilt in drei Teile: 1. Das Karäertum im Nahen Osten (S. 3—283), 2. Das Karäertum in Byzanz, in der Türkei und der Krim (S. 287—550), 3. Das Karäertum in Litauen und Polen (S. 553—1407). Wenn Mann uns auch sehr viel Wichtiges in den ersten beiden Abteilungen gibt, so ist doch die dritte Abteilung von besonderer Bedeutung, weil Mann außerordentlich viele neue Stoffe bietet und zwar über Kulturgeschichte, ökonomische und politische Lage der Karäer in Polen und Litauen, sowie auch über ihr gesellschaftliches Leben, ihr Leben in der Gemeinde, die Beziehungen zwischen den Karäern und Rabbaniten, zur jüdischen Landessynode der Juden in Litauen, ferner auch das Verhältnis der polnischen und litauischen Karäer zu den Karäern in anderen Ländern, z. B. zur Türkei und der Krim und auch zu der kleinen karäischen Gemeinde in Jerusalem. Mann gibt uns ein lebhaftes Bild von der ganzen Mannigfaltigkeit des geistigen und wirtschaftlichen Lebens, wobei jede Epoche durch Handschriften erläutert wird. Was das Werk von S. Pinsker לקוטי קדמוניות für die ältere karäische Literatur bedeutet, ist Mann für die karäische Literatur in den letzten 400 Jahren. Sein Buch wird unentbehrlich sein nicht nur für den, der sich mit der Geschichte des Karäertums befaßt, sondern auch mit der Geschichte der Juden in Litauen und Polen. Die Indices am Ende des Buches sind sehr nützlich für die Benutzung des reichen Stoffes dieses großen Werkes3. 3 קרקסאני transscribiert Mann: Kirkisani. Früher hat man so transscribiert, weil man vermutet hat, daß er in der Stadt K i r k i s i a (dem alten Circe* sium am Euphrat) geboren ist oder gelebt hat. Ebenso schrieb anfangs auch Harkavy. Später hat es diesem mehr eingeieuchtet, daß der Name mit der Ortschaft Karkasan Zusammenhänge welches bei J a k u t, dem bekannten arabischen Geographen (1179 bis 1229), in seinem Geographischen Wörterbuch, IV, 64, erwähnt wird'; er schrieb daher nicht Kirkisani, sondern Karkasani in seinen Artikeln in der Russisch־jüdischen Encyclopädie (Karäer, Karkasani); ebenso der Schreiber dieser Zeilen in seinen Artikeln in der Russisch«jüdischen Encyclopädie, in der ״Encyclopädia Judarca“, im ״Jüdischen Lexikon“, in der Zeitschrift ״ Jeschur un“ u. a. — Übrigens heißt es auch bei Steinschneider an einer Stelle im Leyd. Catal. 181 ״Karkasani“.