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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 94

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Der Ort der Vorsehungslehre nach der Ansicht Maimunis
Date
1937-01-01
Page
Seite 94 (sequence 2)
Language
German
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94 Leo Strauß kabah unentbehrlich sei, ״nach diesem Kapitel“, also von III 8 bis zum Ende, in gar keiner Weise, nicht ausführlich und nicht andeutungsweise, von ״diesem Gegenstand“, nämlich dem ma‘aseh merkabah, die Rede sein werde; demgemäß geht Maimuni sofort zu ״anderen Gegenständen“ über2• Nun ist für Maimuni ma'aseh merkabah und Metaphysik (Theologie als philosophische Disziplin) identisch3. Daher bedeutet die abschließende Bemerkung am Ende von Moreh III 7, daß, während alle vorhergehenden Erörterungen (I 1—III 7) metaphysischen Charakters sind, die folgenden Erörterungen nicht zur Metaphysik gehören. Die Gegenstände des nicht-metaphysisehen Hauptteils des Moreh sind: 1. die göttliche Vorsehung (und die mit der Vorsehungsfrage engstens zusammengehörenden Fragen betreffend den Ursprung und die Arten des Übels, sowie die göttliche Allwissenheit) (III 8—24), und 2. der Zweck der Thorah im allgemeinen und aller ihrer Anordnungen im besonderen (III 25—50). Wie immer es sich mit der Disposition des Moreh im übrigen verhalte: unzweifelhaft ist, daß Maimuni durch eben diese Disposition die Frage der göttliehen Allwissenheit und der göttlichen Vorsehung aus dem Themenbereich der Metaphysik ausschließt4 5. Diese Feststellung verlangt, um genau zu sein, vier Ergänzungen. 1. Der erste Hauptteil des Moreh (I 1—III 7), den wir vorläufig als metaphysisch kennzeichneten, behandelt nicht bloß Themen der Metaphysik als der theo« logia naturalis, sondern auch solche, die man im Sinne Maimunis, jedenfalls 2 DI 7 Ende. Vgl. I 70 Ende. 3 מעשה בראשית הר אלעלם אלטביעי ומעשה מרכבה הר אלעלם אלאלאהי I Einl. (3 b Munk). Die Einschränkungen, denen diese Gleichsetzung unterliegt (s. II 2 Ende), können nur im Rahmen einer Untersuchung des Aufbaus und der Geheimlehre des Moreh angemessen behandelt werden. Nur soviel sei gesagt, daß jene Einschränkungen in einer eisagogischen Betrachtung vernachlässigt werden dürfen, da Maimuni selbst jedenfalls im Sepher ha-madda die unbedingte Gleichsetzung von ma'aseh merkabah und Metaphysik durch« führt. Was die verborgene Disposition des Moreh angeht, so verweise ich vorläufig auf Anm. 35. 4 Einen weiteren Beleg hierfür liefert die Bemerkung in III 23 (50 b), daß für den Beweis der wahren Vorsehungslehre im Buch Hiob nur die sublunarischen Dinge, und ״kein anderes Din g“, berücksichtigt werden, daß also dieser Beweis, d. h. der einzig mögliche Beweis, nicht metaphysischen Charakters ist. Beachte auch die Anfangsworte von III 8. 5 Vgl. in 21 Ende mit II 16 ff.

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