Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über Bachjas Stil im Kitab al-hidaja ila fara'id al-qulub und dessen Übersetzung durch J. ibn Tibbon
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 1)
- Language
- German
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86 Moses Sister Einige Bemerkungen über Bachjas Stil im Kitäb al-hidäfa ,ila farä’id al-qulüb und dessen Übersetzung durch J. ibn Tibbon1. Yon Moses Sister. Die Frage, ob Bach ja in seinem Stile den traditionellen Wort- und Formelschatz gebraucht oder ob wir es mit originalen Schöpfungen zu tun haben, wird erst durch eine uns noch fehlende Würdigung des Stils jüdischer Autoren innerhalb einer Gesamtdarstellung der Geschichte des arabischen Stils beantwortet werden können. Unsere Feststellungen sind viel bescheidener. Nicht das Eigene und Formelhafte in Bachjas Stil ist für uns im folgenden wichtig, sondern mit welchen sprachlichen Mitteln Bachja die sich gestellte Aufgabe löst und inwiefern der Leser der hebräischen Übersetzung im Nachteile ist. 1. In der Einleitung äußert sich Bachja darüber, wie er sein Werk zur schreiben denkt. Er sagt, er würde jedes Wort und jede Erklärung gebrauchen, die den Sinn seines Werkes verständlich machen können; er würde der Methode ״der Belehrung, Ermahnung und Zurechtweisung“ folgen, eine verständliche, naheliegende und geläufige Sprache verwenden, um das Verständnis seines Werkes zu erleichtern, und würde dunkle Ausdrücke, außergewöhnliche Wörter, schwierige Beweise und weitabliegende Probleme meiden (253f.,!2f•)• Dieses Bestreben — ein gemeinverständliches religiös-ethisches Werk zu geben — hat die Hauptmerkmale von Bachjas Stil bestimmt. Und wenn nichtsdestoweniger das Werk in seinem hebräischen Gewände dem Leser stellenweise Schwierigkeiten bereitet und von manchen Stileigentümlichkeiten keine Vor- Stellung gibt, so liegt es an gewissen Zügen der Übersetzungsmethode Ibn Tibbons. 2. Das wichtigste Merkmal der Bachjaschen Darstellung ist die Auflösung eines Gesamtbegriffs oder Themas in einzelne Unterbegriffe oder Themata: in der Einleitung zum Werke wird das Hauptthema Umrissen und in Pforten ge- 1 Ich zitiere das Original nach Yehudas Ausgabe dies Kitäb al-hidäja ... 1912, die hebr. Übersetzung nach der Sulzbacher Ausgabe 1691.