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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Die Geschichte von Rabbi Meir und Beruria in arabischer Fassung
Date
1937-01-01
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Die Geschichte von Rabbi Meir und' Beruria 85 fremd6. So wird nach Aboth de R. Nathan, Überlieferung A, Kap. 14, Rabbi Jochanan ben Sakkai durch Rabbi Eleasar ben Asarja (wahrscheinlicher Ben Arach) nach dem Tode seines Sohnes mit dem Gleichnis vom Depositum getröstet7. An das Verhalten der Umm Sulaim erinnert ferner der Trost des R. Elieser ebd., der darauf hinweist, daß sich Adam nach Gen 425 über den Tod seines Sohnes Kain getröstet und als ״Ersatz“ den Sehet erzeugt hat. Zieht man andererseits die arabische Quellenkritik heran, so wird, auch bei vollständiger Anerkennung der Richtigkeit der Tradentenkette, durchaus kein überzeugender Beweis für die Wahrheit der Begebenheit geliefert. Anas ihn Malik, auf den, wie erwähnt, sämtliche Versionen der arabischen Überlieferung zurückgehen, gilt bei den muslimischen Schriftsteilem als äußerst unzuverlässig. Es wird ihm nachgesagt, daß er häufig die von ihm erzählten Geschichten selbst erfunden habe. Zieht man noch dazu in Betracht, daß im Hadith die pia frans überhaupt nicht als Vergehen angesehen wird, wenn die Geschichte einen ethischen Zweck verfolgt, so wird man zu der Annahme kommen, daß Anas die Erzählung von Beruria gehört und auf Abü Talha umgemünzt hat. Möglieh ist aber auch, daß der Araber in Anlehnung an die beiden Erzählungen über die Tröstung des R. Jochanan seine Geschichte erfand und daß der Verfasser des M. Mischle sie mit sehr bezeichnender Weglassung des für den Juden unverständlichen Benehmens der Frau und Hinzufügung des Sabbatmotivs auf Beruria übertragen hat. 6 Bergmann, Stoische Philosophie und die Jüdische Frömmigkeit in: Judaica, Cohen ״Festschrift, S. 154. 7 Auf diese Parallele wurde ich von Herrn Prof. I. Heinemann hin״ gewiesen, der mich auf eine Randbemerkung seines Vaters, Dr. H. Heine־ mann zu seinem Exemplar des Jalqut, aufmerksam gemacht hat.

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