Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Das Eisen
Date
1937-01-01
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830023-2830025-2850411--54460-2850489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

34 Immanuel Löw sagt R. Simon b. Eleazar, ein Schüler R. Meirs (Bacher T 2, 422): der Altar ist berufen, die Lebensdauer des Menschen zu verlängern, das Eisen hat die Bestimmung, seine Lebensjahre zu kürzen. Man darf den Kürzer nicht über den Verlängerer schwingen. Der Gedanke wurde Gemeingut der rabbinischen Bibelerklärung. Siehe Rasi, Lekah tob, Bachja b. Äser und alle anderen rabbinischen Kommentare zur Stelle. Den ganzen hieher gehörigen Gedankenkreis faßt Nahmäm zu Jitro Ende zusammen. Er sagt: ״Denn dein Schwert hast du darüber geschwungen 4 verbietet die Altar steine, mit Eisen zu berühren. So heißt es ja auch: ״aus ganzen Steinen erbaue den Altar des Ewigen, deines Gottes, schwinge über ihn kein Eisen“ (Dt 276, wiederholt Jos 831). Liier wird das Eisen ״Schwert“ genannt, denn so heißen alle schneidehaltigen Werkzeuge. So heißt es vom ״ :סיףEhud machte sich ein zweischneidiges Schwert“ (Ri. 316) und für izmel wird gesagt: ״nimm dir ein scharfes Schwert“ (Ez 5X). Auch von Beil und Axt, mit denen man Mauern niederreißt, heißt es: ״er wird deine Türme mit seinen Schwertern einreißen“. Auch der Steinhauer spricht von seinem Schwerte (Ez 269). Das Strafgericht Gottes wird durch das Schwert Gottes חרב לד׳ versinnbildlicht: Jes 346, jer 12125 476. Auch ״mein Schwert“, חרבי Jes 345. Den Segen drückt die Verheißung aus: kein Schwert wird durch dein Land ziehen (Lev 26e). Denn Schwert bedeutet Verwüstung: Ez 1417 im Kapitel 2114_17 in weiter ausgeführtem Bilde. Ähnlich 304, 332_6, 3821, Jer 2529, 4610?!*, Zech. 137. (Julian Morgenstern in HUCA XI 111). Der Grund des Verbotes ist nach der Lehre unsrer Weisen die Verherrlichung des Gebotes: das lebenkürzende werde nicht über das lebenverlängernde geschwungen. R. Eliezer meint, das Ziel der Vorschrift sei: der vom Steine abgehauene Teil soll nicht auf den Müllhaufen geraten, während das übrige zu Gottes Altar verwendet wird. Auch soll nicht ein Teil davon zu Götzenaltären verwendet werden, weil deren Anbeter so verfahren dürften, um die eigne Wohlfahrt zu fördern. Maimünl aber sagt im More, es sei eine Vorbeugung dagegen, daß sie nicht zu einer Göttergestalt verarbeitet

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.