Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Eisen
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Immanuel Löw halter das falsche Gerücht verbreiteten, der Betrieb sei nutzlos und kostspielig . . . I. e) Beim Stiftzelt und dem Heiligtum kommen nur Gold, Silber und Kupfer zur Verwendung (Sem. r. 35, 5. Heinemann, Allegoristik 43: die vier Weltreiche). Eisen beim Tempelbau siehe v. Lippmann, Alchemie 2 (78), 82. Preuß, Biblisch-Talmudische Medizin S. 219 f.: man opfert nicht mit Eisen, weil es Entzündung hervorruft. Das Fernbleiben des Eisens6 von Stiftshütte, Tempelbau und Opferdienst sucht man vielfach in der Vorstellung, Eisen sei ein Mordgerät, sei unrein und bei religiösen Zeremonien nicht zu verwenden (v. Lippmann, Alchemie 1, 612). Das ist schon biblische Begründung des Eisenausschlusses, aber der geschichtliche Hergang erklärt die Sache einfacher. Der urtümliehe Opferdienst kannte das Eisen noch nicht und nach dem Auftauchen des Eisens konnte es in den urtümlichen Dienst nur bis zum Schlachtmesser der vierfüßigen Opfertiere eindringen. Schärfe und leichtere Handhabung des eisernen Messers hat auch bei der Beschneidung die aus der Urzeit stammende Feuersteinklinge7 verdrängt, die sich noch Ex 425 (צר) und Jos 52 f. חרבות צורים behauptet. An letzterer Stelle setzt die Betonung der Flintmesser schon die absichtliche Aus- Schließung des eisernen Messers voraus. An den Ex.-Stellen setzen die Targume wie sonst für צר und סלע aramäisch tinnärä8, was Jakob Levy in seiner Weltfremdheit durch ״geschliffener Felsen“ wiedergibt (TWB sv.). Vom Ganzopfer sagt Philo (Einzelgesetze I 199 S. 67d. Übers, v. Heinemann): Der Darbringende legt die Hände auf das Haupt des Opfertieres. Hierauf nimmt es einer der Priester und schlachtet es. Heinemann bemerkt dazu9: Philo 6 Tora temümä Ex 2013 korrigiert Maimuni, H. Bet habehlrä 1, 13 nach Keßef misne und ms המזבח אין עושין אותו אלא בגין אבנים גזית soll heißen בנין אבנים זה שנאמר. 7 Blanckenborn über die Feuerstein führenden obersten Kreideschichten in der näheren Umgebnug Jerusalems (ZDPV 28, 112 ff.), Feuersteinwerk« zeuge (114). 8 Fleischer zu Levy Targ. WB stellt die Herkunft des Wortes tinnärä fest. 9 Vgl. auch Heinemann, Philöns Bildung 33 f.