Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 2)
- Language
- German
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32 D. Herzog־ MeLsterl, der im Jahre 1421 den Märtyrertod in Wien!erlitten hat4, als einen Schüler des in Wiener Neustadt lebenden Rabbiners Josef Oesterreicher5, der auch seinerzeit die Schreiber- 4 Vgl'. Artur Goldmann; Das Judenbuch der ScheffStraße in Wien (1389—1420) [in den v. d. isr. Kultusgemeinda in Wien hrsg. ״Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich14], Wien 1908,1, 127 f. u. Krauß,;103 f. 5 Vgl. über denselben Z1mzr Ritus usw., S. 35. Josef ben Nehemiah sammelte die Riten und Entscheide seines Großvaters Sälom aus Wr. Neu« stadt, vgl. Einleitung zu dien Minhagim des Maharil. Auch vermittelte er mündlich mehrere Entscheide seines Großvaters dem Maharil, vgl. Minhagim7 S. 76 b und 111 b. Weiteres über ihn vgl. bei J. Freimann, לקט יושר, Bern Mn 1904, II, S. XLIII, Anm. 142. Auch hier hat ־Krauß insofern fehlgegriffen, als er (SS. 51 u. 159) unsem Josef mit dem im לקט ירשו־ (II, 40) genannten Josef, den Sohn Knoblauchs (Krauß 35) identifiziert. Dies ist unrichtig, denn unser Josef war ein Sohn des Nehemiah, während der andere Josef ausdrücklich als ein Sohn des Knoblauch (über diesen nicht seltenen Namen vgl. Zunz, a. ״a. 0,r II, 77, Goldmann, S. XLI und Geyer u. Sailer, a. a. Q., S. 593, s. v. Gayla, 597, s. v. Ichel u. 600, s. v. Chnoflach u. Knoblich, wo es allerdirtgs Beinamen ist) benannt wird (vgl. auch Isserlein, PesuKet., Nr. 99, wo er. ausdrücklich als היד■ יוסף בן הנר, [הנחמד הרב]1 קנובלרך genannt wird und לקט-•ושר n 40: ווכורני שאמר הגאון דל דרך שמוטה אחר המעשה שהיה פרנס אחד בניאושטט ושמו יוסף קנובלוך דל שעשה כמה טובות, עם הקהילה והיה בצער גדול כגון שמתו בניו. ב״מ ואמר הפרנס; אל הגאון דל חן לי עצה מה לי לעשות עוד יותר ואמר הגאון דל איבנו אוכל ליתן עצה לוד. פדמ^ אם. אתה מלביש עניים. והר טוב וכן עשה• ולי נתן׳ ׳בנד לסרבל־ שראוי ־ לעני י [וגם לשאר־ עניים נתן] ולא היה עוד בצער ואמר הגאון דל בסוף'השמועה; ,אץ ידוע לי מאיזה־ עניין היה .שלא היה הפרנס• עוד בצער. Aus dieser letzteren Stelle ersehen wir deutlich, daß Josef, der Sohn Kn ob« lauchs wohl der V o r s t eh er, der Wr. Neustadt er?Gemeinde, aber kaum ein Gelehrter gewesen sei, bei dem Meisterlein hätte lernen können. Auch scheint es chronologisch ganz ausgeschlossen zu sein, daß der aller Wahrscheinlichkeit nach noch in den vierziger Jahren des ,15. Jahrhunderts Jebende Josef Knoblauch der Lehrer Meisterleins hätte sein können. Auch ist es unbewiesen, daß Joseph ben 'Nehemiah aus;Österreich v geflüchtet wäre, wie dies Krauß ,angibt, weil wir bislang keinen;wie immer gearteten Hinweis dafür besitzen. Hingegen liegt kein Grund. gegen die Annahme, daß!Meisterlein der Schüler des ' Josef ben;Nehemiah war, vor. Kr. hält den Namen. ״Knoblauch11 durchaus für einen Beinamen. Das ist nicht riehtig. Vielmehr, ist er neben ־ Beinamen auch Vulgärnamen — gewiß kein שם שנקדשה., wie Kr. richtig behauptet — für ©inen hebräischen. Namen. Weleben, wissen wir vorläufig nicht. Aber gerade;bei der ^Erwähnung unseres Josef ist der Namen?Knoblauch ganz gewiß der 'Vulgärnamen seines Vn~ ters. Das ersehen wir nicht allein aus dem לקט, יושור II 4.0,; aus;einer im steierm. ,LA. erliegenden Urkunde vom 22. ,Februar 1457 aus Graz datierten Urkunde (Nr6615 ״), in der bestätigt wird^, daß Leopold v.( Stubenberg dem Juden Josepp ,Knoblauch einen ,Schuldbrief .über ,100 ,Gulden ,gibt. Vgl', auch :meine ״Urkunden u. Regesten zur Geschichte der Juden in der .Steiermark (X475—1585) [in Quellen und' Forschungen zur Geschichte; der duden in der Steiermark],ז Graz .1934, S. rl u. VII, sondern;ganz besonders aus.deni Darlegungen Isserieins in seinen פסוקים. וכתובים (Ed. Fürth), S. 14a, Nr,;99, wo nicht weniger als neu nmal ה״ב הצל קנוהלוך als Vätern amen?des dort g׳e~ nannten Josef erwähnt wird. Es ist darum, ganz ausgeschlossen, daß an