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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten und Begründer der Berliner Gemeinde
Date
1935-01-01
Page
Seite 29 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Israel Aaron, Hoffaktor <1. Großen Kurfürsten u. Begründer d. Berl. Gern 29 Nach dem Bericht des Konsistorialrates Seidel46 hat Israel Aaron ״panquerot gemachet und sein Weib Esther Schulhoff nicht ihres Mannes Erbin sein wollen/' Daß die umfangreichen Geschäfte47, bei denen, wie wir gesehen haben, Israel häufig keine Bezahlung erhalten konnte, ihn selber in Geldschwierig״ keiten brachten, ist verständlich. Kurz vor seinem Tode sollte er seinem Gläubiger Christian Hänel eine beträchtliche Hypo״ thek über alle seine Güter und Vermögen konstituieren48/ Das gleichfalls irrt Staatsarchiv befindliche von Moritz Stern ver״ öffentliche49 Pseudotestament Israel Aarons bestätigt, daß er unter Hinterlassung erheblicher Schulden gestorben ist. Seine Witwe Esther müßte den Kurfürsten um ein zweijähriges Mo״ ratorium bitten, wobei sie darauf hinweist, daß die Erben mit unbeweglichen Gütern in Berlin und in der Neumark50 genug״ sam possessionieret seien. Der Kurfürst entspricht der Bitte und setzt am 12. 11. 1673 eine besondere Kommission zur Un״ tersuchung der Schulden ein. Am 17.3/1674 befiehlt der Kur״ fürst der Kommission, ״da der vielen contradictiones halber die Sache notwendig ad concursum kommen muß", die ganze Sache dem Kammergericht zur rechtlichen Erörterung zu über״ geben51. 5Die Prozesse zogen sich bis zum Jahre 1684 hin, ohne daß ersichtlich'ist, wie sie endeten. Esther starb am 15. April 17 1 452. Ihr soll eine goldene Kette mit in das Grab gelegt worden sein, die ihr der König einst geschenkt hatte. 46 Schriften <1. Vereins f. ־ d, Geschichte Berlins, S. 17. 47 Eine am 15. 7. 1670 ein gereichte Rechnung Israels über sein!© letzte Lieferung beziffert sich allein auf 41 674 Rd. (vgl. M. Stern, S. 139). 48 Preuß. Geh. Staatsarchiv R 21—202 b. 49 Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden in Deutsch]. 1929, S. 136—139. 50 In Landsberg war die Mühle— ״.das vornehmste Pertinens des Amtes Himmielstedt“— Israel Aaron verpfändet worden (vgl. hierüber Sekna Stern, Bd. :2r S. 44 ff.). 51’Preuß. Geh .Staatsarchiv R 21—202 b. 52 vgl. H. Vogelstein, Festschrift des Isr. Vereins für Krankenpflege, Königsberg 1904, S. 9, Anm. 1.

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