Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Religion und Philosophie im jüdischen Denken der Gegenwart
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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Religion und Philosophie im jüdischen Denken der Gegenwart 11 Werte. Und so ist auch das religiöse Bewußtsein Organ der Gotteserkenntnis, nicht Schöpfer der Gottesidee. Zugleich aber ist wie alles kulturelle Leben auch das reli״ giöse Bewußtsein in der Individualität des menschlichen Seins verwurzelt. Anstelle der zeitlosen Menschheit tritt der konkrete geschichtliche Mensch und nimmt auch die Religion unbeschadet ihres transcendenten Gehaltes des Gottesbewußtseins an der konkreten Individualität des geschichtlichen Lebens teil. So ist jüdische Religion die aus der Konkretheit der Geschichte des jüdischen Volkes hervorbrechende Gotteserkenntnis, die trotz ihres universalen Sinnes von der Individualität jüdischer Geschichte nicht ablösbar ist. Von Gott her zu Gott hin führt der Weg der jüdischen Religion, aber nicht in einer Welt bloßer Symbole, sondern mitten durch die konkrete Geschichte des jüdischen Volkes in der Gottverbundenheit seines geschieht״ liehen Lebens. Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland. Von Adolf Kober׳- Köln. Die Zahl der Veröffentlichungen auf dem Gebiete der Ge״ schichte der Juden in Deutschland aus den Jahren 1930—1934 ist gegenüber den Vorjahren nicht zurückgegangen. Eine ver״ hältnismäßig reiche Ernte liegt an Einzelschriften, in Dissertatio״ nen, Sammelpublikationen und Zeitschriften vor. Wir be״ sprechen diese, ohne auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben, in der Reihenfolge: Schriften von allgemeiner und grundsätz״ licher Bedeutung für die Geschichte der Juden in Deutschland, sodann Veröffentlichungen zur Geschichte der Juden in deut״ sehen Landesteilen und Provinzen, ferner Gemeinde״, Familien״ Geschichten, Darstellungen einzelner Persönlichkeiten und schließlich Jahrbücher. An erster Stelle nenne ich die ״Germania Judaica“, Band I, 2 M—Z, hrsg. von J. Elbogen, A. Freimann u. H. Tykocinski, (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums), M. & H. Marcus Verlag. Breslau 1934. Es ist dem . Andenken des ersten Vorsitzenden der Gesellschaft Martin Philippson sowie aller heimgegangenen Mitarbeiter ge״