Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kohut - Löw - Steinschneider - Korrespondenz
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kohut-Löw-Steinschneider-Korrespondenz 219 sehr ausgiebig benutzt worden im Aruch Completum, besonders in dem Supplement zu Band VIII und in der großen Wilnaer(Romm)Ausgabe des Babylonischen Talmuds. Die Untersuchungen von A. Epstein (Steinschneider-Festschrift) und von J. N. Epstein in Tarbiz (1933) sind von hohem Wert. — G. A. K.) Herrn Dr. Immanuel Löw, Berlin. Mein lieber Freund: — Ich bitte um Ihre Nachsicht und Verzeihung, daß ich Ihren Brief so lange unbeantwortet ließ, besonders da es für mich vorteilhafter gewesen wäre, ihn früher zu beantworten. Aber ich hatte mir fest vorgenommen nichts zu unternehmen, ehe ich die מבוא, die diingendist, beendigt habe. Ich hoffe, daß die Gelehrtenweit damit zufrieden sein wird, da sie viel enthält was neu und bemerkenswert ist. Nachdem ich Freitag nachmittag damit endgültig fertig geworden bin, halte ich es für meine erste Pflicht, Ihnen diese Zeilen מוצאי שבת zu senden. Ich kann mir nicht helfen, daß ich, gegen den Rest der Welt, von der absoluten Richtigkeit meiner eigenen Anschauungen so überzeugt bin, daß eine Aruch-Ausgabe, die den Anforderungen der modernen Wissenschaft entspricht, nur so möglich gemacht wird, wenn sie einen kritischen Apparat bietet. Ohne solchen wäre auch die Teilung des Werkes in zwei Abteilungen kaum praktisch 1. Bitte versuchen Sie es selbst, und Sie werden meine Meinung teilen. Vor drei Jahren dachte Dr. Jellinek genau wie Sie, aber nachdem er mein Manuscript und meine erfolgreiche Lösung dieses Problems sah, drückte er seine Bewunderung über den Charakter meines Werkes aus. Ich bin überzeugt, daß die Gelehrten in Berlin ihre Zustimmung geben werden. Der erste Bogen ist schon in der Presse, und wie ich schon sagte, die מבוא ist ganz fertig. Was die Abschrift der ד״ח und רגמ״ה Manuskripte anbetrifft, so würde ich gerne die notwendigen 100 Gulden opfern (obgleich ich niemals über sehr viel Geld verfüge), wenn ich eines sicher wäre, nämlich, daß die von Dr. Berliner erworbenen ר״ח und רגמ״ד־ן Manuskripte nicht innerhalb einer kurzen Zeit von dem sogenannten Hildesheimer Rabbinerseminar in Berlin veröffentlicht 1 Siehe Anmerkung am Ende dieses Briefes.