Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kohut - Löw - Steinschneider - Korrespondenz
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 2)
- Language
- German
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212 G. A. Kohut einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren erstrecken, bezeugen auch sein tiefes und lebhaftes Interesse an Löws Forschungen über Pflanzen- und Tierkunde, welche einen wichtigen und bedeutenden Platz in der jüdischen und auch teilweise in der semitischen und orientalischen Kulturgeschichte einnehmen. Schon Fleischer bezeichnete im Anfang der achtziger Jahre Löws A r am ä i s c h e Pflanzennamen als das erstaunlichste Werk, das bis dahin von einem jüdischen Gelehrten auf dem Gebiete vergleichender semitischer Sprachforschung geschaffen worden ist. Steinschneider, der ziemlich karg im Lobe ist, spricht mit höchster Achtung davon, und es ist nicht übertrieben, es eine epochemachende Leistung zu nennen. Daß man einem Gelehrten von solcher Bedeutung zu seinem 80. Geburtstag eine Denkschrift widmet, ist ebenso Pflichtwie Gewissenssache. Leider mußte der umfassendere Plan, von Prof. Krauß und mir sorgfältig ausgearbeitet, wegen der inzwischen eintretenden wirtschaftlichen Depression aufgegeben werden, und diese bescheidene F e s t n um m e r der M onats- Schrift, deren beständiger Mitarbeiter er länger als ein halbes Jahrhundert war, muß jetzt an seine Stelle treten. ׳ In Übereinstimmung mit dem rabbinischen Satz: דבריהן הן זכרוגן bleibt sein eigenes ,,opus magnum“ die ,,F lora der Juden“, welches ich mit den Mitteln der Alexander Kohut- Gedächtnisstiftung zu veröffentlichen die hohe Ehre hatte, sein m o n u m en t u m aere perennius. Der vierte und letzte Band dieses gewaltigen Werkes erscheint hoffentlich zur 1־ichtigen Zeit, um die Feier des denkwürdigen Tages zu einem Weckruf allgemeiner Freude im Reiche der jüdischen Wissenschaft zu machen. Die hier dargebotenen Briefe wurden zum größten Teil von Löw und von Fräulein Adeline Goldberg, der treuen und sachkundigen Sekretärin Steinschneiders, beigesteuert. Sie waren als eine persönliche Gabe für mich gedacht, aber sie sind jetzt der umfassenden und unschätzbaren ,,Steinschneider-Sammlung“ ein verleibt, die von Fräulein Goldberg dem Jüdisch-Theologischen Seminar von Amerika in Verwahrung gegeben wurde, wo des großen Meisters Bibliothek und Privatpapiere, einschließlich der Liebesbriefe an seine Braut, voller Ehrfurcht aufbewahrt werden.