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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 202

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Mendelssohns handschriftliche Glossen zum More Nebukim
Date
1934-01-01
Page
Seite 202 (sequence 8)
Language
German
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202 Simon Rawidowicz Hier begegnen wir einer wichtigen Quelle für Mendelssohns Gedankengang bei. der Behandlung des Problems des Zeremonialgesetzes im ,,Jerusalem'‘: ,,Und nun bin ich im Stande meine Vermutung von der Bestimmung des Zeremonialgesetzes im Judentum deutlicher zu machen. Die Stammväter unserer Nation, Abraham, Isaak und Jakob, sind dem Ewigen treu geblieben, und haben lautere, von aller Abgötterey entfernte Religionsbegriffe bei ihren Familien und Nach־ kommen zu erhalten gesucht ... Wir haben gesehen, was für Schwierigkeit es hat, die abgesonderten Begriffe der Religion unter den Menschen durch fortdauernde Zeichen zu erhalten. Bilder und Bilderschrift führen zu Aberglauben und Götzendienst, und unsere alphabetische Schreiberei macht den Menschen zu spekulativ ... Diesen Mängeln abzuhelfen, gab der Gesetzgeber dieser Nation das Zeremonialgesetz . . .1<f (Auf die beiden teils neben-, teils durcheinander laufenden Grundmotive in Mendelssohns Erläuterung des Zeremonialgesetzes, das metaphysisch-religiöse und das national-politische, kann hier nicht eingegangen werden.)* 1 2 Diese Maimonides-Stellen sind sicherlich nicht die einzige Quelle für Mendelssohns Theorie des Zeremonialgesetzes. Vielleicht dürfen aber diese Unterstreichungen als chronologische Handhabe dienen. Sie legen nämlich eine Vermutung über die Zeit dieser Bearbeitung des More Nebukim-Exemplars seitens Mendelssohns nahe — wenn eine solche zeitlich einheitliche und abgeschlossene Bearbeitung angenommen werden darf. Vielleicht fällt also diese Arbeit an Maimonides' philosophischem Hauptwerk in die Entstehungszeit der ,,Gegenbetrachtungen über Bonnets Palingenesie“, also in den Abschluß des Lavater-Streites (um 1770) oder in die Zeit der Abfassung des ,,Jerusalem“, zu Beginn der achtziger Jahre. אלוגוד* Vgl. auch a. a. O. Kapitel 49; וכל מאתכפי עלתה. מן מעטם אלחקים אגמא הו ללאבעאד ען עבודה זרה * 1 Jerusalem, 1783, II, S. 94 ff. 2 Siehe z. B. ,,Gegenbetrachtungen über Bonnets Palingenesie“, Mendelssohn-Jubiläumsausgabe, VII, 98; ,,So scheinen die Zeremonialgesetze der Juden, unter anderen uns unergründlichen Ursachen zur Nebeneinsicht zu haben, diese Nation von allen übrigen sichtbarlich auszusondern.“ Ueber das Gesetzesproblem in Mendelssohns jüdischer Philosophie vgl. meine Arbeit,,Die Philosophie des Jerusalem“ in der Bialik-Festschr., Tel-Aviv 1934*

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