Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einiges über Bereschit Rabba
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Chanoch Albeck wie unser Jeruschalmi seinen Abschluß fand. Verschiedene Veisionen und Redaktionen lassen sich in unserem Jeruschalmi selbst an den Parallelen in den einzelnen Traktaten (Nezikin!) nachweisen. Besonders ist dies aber im Babli der Fall, wo oft von der Redaktion selbst zwei parallele Sugiot in anderer Formulierung und Version aneinander gereiht werden (איכא דאמרי). Durch den Vergleich mit dem Ber. R. können wir dies in noch größerem Maße für die Sugiot im Jeruschalmi feststellen. Wir gewinnen so Einblick in die Entwicklung des palästinischen Talmud und es wird uns vor Augen geführt, welchen Veränderungen die Sugiot in den Schulen unterworfen waren. Ferner ist dem Ber. R. zu entnehmen, daß unser Jeruschalmi nicht alle palästinischen Sugiot enthält, da der Talmud des Ber. R. umfangreicher und wahrscheinlich auch zum Traktat Chullin u. a. redigiert war. Es soll noch bemerkt werden, daß der Redaktor des Ber. R. für seine Erzählungen und Agadot verschiedene Quellen besaß, so daß die Agadot, die sich auch im Jeruschalmi finden, nicht unbedingt dem Jeruschalmi des Midrasch entlehnt sein müssen. Zuletzt noch ein Wort über den Namen und die R e d a k - tionszeit des Midrasch. Maimuni in seiner Einleitung zum Mischne Tora und einige andere bezeichnen R. Oschaja Rabba (Anf. des 3. Jahrh.) als Redaktor .des Ber. R. Dieses ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die erste Peticha R. Oschaja zum Autor hat, weshalb die Alten, wie Rab Hai Gaon u. a., von einem בדאשית רבא דר' אושעיא sprachen. Daß R. Oschaja nicht der Redaktor unseres Midrasch sein konnte, erhellt schon daraus, daß Namen von Amoräern in ihm Vorkommen, die viel später als R. Oschaja gelebt haben. Zunz verlegt die Abfassungszeit in das 6. Jahrhundert. Seine Beweise sind aber nicht stichhaltig und können höchstens dafür gelten, daß der Midrasch nicht vor dem 5. Jahrh. redigiert wurde. Da wir aber gesehen haben, daß der Redaktor einerseits einen palästinischen Talmud benütz;te, in dem auch Amoräer der fünften Generation erwähnt waren, andererseits aber unsere Targumim (Onkelos u. a.) nicht kannte, so ist es sehr wahrscheinlich, daß der Redaktor in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. gelebt hat. Daß R. Oschaja Rabba, wie manche annehmen wollen, die Grundlage zum Ber. R. gelegt hätte, der dann durch Zusätze vielfach erweitert wurde, ist nicht