Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829999-2830001-2849882--52511-2850045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eamilienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 127 Problem einzelne Fragen der Familienreinheit der Juden in Sepphoris zu untersuchen, und durch die Prüfung bestimmter Angaben der Lösung der weiteren Frage über die Familienmischung der jüdischen Bevölkerung in den Städten Galiläas näherzukommen. 1. Als Ausgangspunkt dieser Untersuchung diene die anonyme Baraitha in Kidd. 28 a: תניא ד,קורא לחבית עבד יד,א בנידוי, ממזר סופג את הארבעים. רשע יורד עמו לחייו, Wer seinen Genossen einen Sklaven nennt, verfalle dem Banne; wer ihn einen Mamzer nennt, erhalte vierzig Geißelhiebe; wer ihn einen Bösewicht nennt, dem kann dieser ans Leben gehen. Der bezeichnende Satz יורד עמו^לחייו ist, soweit vorhandene tannaitische Parallelen eine Feststellung ermöglichen, dem R. Jose b. Halaftha eigen. So in der Baraitha Joma 75a: R. Jose sagte: Komm und sieh, daß die Art Gottes nicht die des Menschen ist: wenn einer seinen Genossen (durch Beleidigung) erzürnt, ist es Menschenart, daß der Beleidigte ihm ans Leben geht; Gott aber handelt nicht so: Er verfluchte die Schlange und doch findet sie, ob sie aufs Dach steigt oder hinuntergeht, ihre Nahrung bei sich; Er verfluchte (durch Noah)•Kena'an (zum Sklaven) und doch ißt und trinkt dieser, was sein Herr ißt und trinkt; Er verfluchte die Frau und doch laufen ihr alle nach; Er verfluchte die Erde und doch ernähren sich alle von ihr. Der Fluch Gottes beraubt den Betroffenen nicht nur nicht seines Unterhaltes, sondern gibt ihm auch sein Brot, der Frau ihre Anziehungskraft und der Erde ihre Fruchtbarkeit; er bewirkt somit das Gegenteil des Satzes ״er geht ihm ans Leben*der Wegnahme des Brotes und der Ernährung. In Tos. Baba mes. 6, 17 sagt R. Jose: Komm und sieh, wie die Augen derer geblendet sind, die Geld auf Zinsen leihen: wenn Einer seinen Genossen Götzendiener, Unzuchttreibender und Blutvergießer nennt, verlangt dieser, daß wir uns auf das Leben des Beleidigers stürzen1, während derjenige, der Geld auf Zinsen leiht, den Notar, das 1 מבקש שנפול (שיפול) עמו לחייו; die Parallele in b. 71a lautet: אדם קורא לחבירו רשע יורד עמו לחייו; jer. V, 10 d, 6: ומבקש לירד עמו לחייו. B. Jose b. IJalaftha spricht hier, wie in Baraitha Kidd. 28 a, von Einem, der seinen Genossen Bösewieht nennt; während aber in b. der Schimpfname רשע lautet, gibt jer. u. Tos. die drei Cardinalsünden, Götzendienst, Blutschande und Blutvergießen, und die Strafe ist dieselbe wie in Kidd.: er geht ihm ans Leben. In Tos. verlangt der Beschimpfte, daß die Behörde einschreite