Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ein Prinzip der Mischnaredaktion
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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126 A. Büchler kann von Ende Jebamoth (XVI 7■—9) behauptet werden, da. in Kap. X schon festgestellt war, daß auch ein einzelner Zeuge beglaubt ist, wenn er meldet, der Manu der Frau sei im Ausland (מדינת הים) gestorben. Der Talmud bringt auf der letzten Seite die wichtigsten historischen Daten über die Frage, ob auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin der Frau die Wiederverheiratung gestattet werden darf. Der Talmud holt also nach,, was die Mischna auch am Schluß übergangen hat. Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert. Von A. Büchler. Die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung Galiläas und deren ethnische Reinheit vor dem Jahre 70 hat jüdische und christliche Geschichtsforscher vielfach beschäftigt, die Mischung der verschiedenen Elemente jedoch und die bestehenden Ehe Verhältnisse haben infolge des scheinbaren Mangels an bestimmten Berichten nur selten Beachtung und demzufolge ungenügende Behandlung gefunden. Der für die wichtige Frage unentbehrliche rabbinische Stoff ist in Einzeluntersuchungen kaum gesammelt oder beleuchtet worden, offenbar wegen der ihm eigenen Schwierigkeit, den Ort und die Zeit der oft anonymen Berichte und Sätze zu bestimmen. Andererseits wurden die Jünger der Lehrhäuser in Judäa durch die hadrianische Religionsver״ folgung gezwungen, sich nach Galiläa zu flüchten und nach dem Tode Hadrians dort neue Schulen zu gründen; sie kamen mit der jüdischen Bevölkerung in häufige Berührung und beobachteten das religiöse, gesellschaftliche und eheliche Leben und die Familien״ reinheit der galiläischen Juden; sie behandelten ihre Beobach״ tungen in den Schulen und suchten die Zustände durch Beschlüsse und Ermahnungen zu beeinflussen. Durch ihre Aussprüche wird die Sonderung des rabbinischen Stoffes örtlich und zeitlich er״ möglicht, und die Namen der Urheber der einschlägigen Äußerungen setzen uns in den Stand, dieselben zur Feststellung der in Galiläa bestehenden Lebensverhältnisse mit Sicherheit zu verwenden. Hier soll der Versuch gemacht werden, aus dem umfassenden