Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Chronologie der Könige Judas und Israels
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Chronologie der Könige Judas und Israels 61 wie manche Bibelkritiker behaupten — ,,unter Ahas und in dessen! Sinne tätig gewesen und daher keineswegs vor 738 gewirkt haben konnte“. Aber es gibt im Bibeltexte selber noch eine ganze Reihe von Daten, die unter einander in Widerspruch zu stehen scheinen. Nach II Kön 122 regierte Joasch, Sohn des Ahasjahu, König von Juda, 40 Jahre. Gemäß II Kön 13! wurde im 23. Regierungs־ jahr dieses Königs Jehoabas ben Jehu König von Israel und regierte 17 Jahre. Im 37. Jahre des Joasch von Juda kam aber (vgl. II Kön 1310) Joasch ben Jehoahas auf den Thron Israels. Und da klappt die Rechnung nicht; denn wenn das 23. Regierungs־ jahr des Joasch von Juda der Regierungsantritt des Jehoahas von Israel war, dann war dessen 17. Regierungs jahr das 40. Regierungsjahr des Joasch von Juda und nicht dessen 37. Jahr, wie dies II Kön 1310 verlangt. Ebenso steht II Kön 142 in Widerspruch mit 1423 und 15ג. Denn nach 1423ist Amazjah 15 Regierungsantritt Jerobeams II. und nach 15! ist Regierungsantritt des Uzia, Sohnes und Nachfolgers des Amazjah 27 =׳. Jahr des Jerobeam II.; diesen zufolge würde also Amazjah 15 + 27 42 Jahre regiert haben, während gemäß 142 die Regierungsdauer Amazjahs nur 29 Jahre betrug. Noch krasser ist folgender Fall: Zufolge II Kön 15! ist Jerobeam II. 27 Regierungsantritt Uzias; zufolge 1423 regierte Jerobeam 41 Jahre, also ist Jerobeam 41 Uzia 14. Somit kam Secharja, Sohn Jerobeams im 14. Jahre Uzias zur Regierung, während dies nach II Kön 158 im 38. Re־• gierungsjahre Uzias der Fall gewesen sein soll. Also, wie immer wir die Sache nehmen, ist es nicht leicht, die biblischen Daten zum nackten Ausgangspunkte einer chronologischen Forschung zu nehmen. Aber ebenso unwissenschaftlich muß es erscheinen, wenn wir gleich die Flinte ins Korn werfen und die biblischen Daten einfach als wertlos erklären. Aufgabe der Forschung muß es sein, nachzuprüfen, ob es durchaus unmöglich ist, jene scheinbaren Widersprüche wissen־ schaftlich in Einklang zu bringen. Und unter den hier geschilderten Verhältnissen dürfte es auch gar nicht zwecklos sein, die hier aufgetauchten Fragen vom wissen-