Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 54

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Tierschätzung im Bibelwörterbuch
Date
1934-01-01
Page
Seite 54 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830001-2849875--52425-2849972
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

54 Bernhard Heller Davids aus: ה׳ אשר הצילני מייד הארי ומייד הדב (I Sam 173ד) und von די שזיב לדניאל מן־־יד אריותא (Dan 628). Bochart führt aus, daß auch das Arabische häufig und das Griechische zuweilen die Vorderfüße des Löwen ,,Hände" nennt (Hieroz. Lib. III, Kap. II). Noch viel eingehender behandelt er diesen Gegenstand im Abschnitt D e U r s i s , wo er auch Aristoteles anführt, ,,das Seekalb hat Füße den Händen ähnlich, wie der Bär". Die Vorderfüße des Bären gleichen eher Händen, wofür Bochart griechische, lateinische, arabische Belegstellen anführt (Lib. III, Kap. IX). Doch das Arabische macht hier eine weitere Diffenrenzierung indem es pvX3 ,,Fuß" nur vom menschlichen Fuß sagt, niemals vorn Tierfuß (Nöldelce, Brief an Goldziher 5. Mai 1922). — Das ידים des Midrasch, aber überhaupt sein ganzer Gedankengang verkündet bewußter weise die Wesensähnlichkeit von Tier und Mensch. I. Löw hat MGWJ 1931, LXXXV, 392 f., Ernst Heilborns dichterisch schönes Büchlein ,,Das Tier Jehowas" (Berlin 1905) und Joseph Wohlgemuths inhaltsreiches Werk ,,Das Tier und seine Wertung im alten Judentum" (Frankfurt a. M. 1930) voll gewürdigt. Heilbom dringt tief in die Anschauungen der Bibel ein und kommt zu dem kühnen Satz: In Gottes Augen sind Mensch und Tier eines (S. 39) und zu dem noch kühneren: Sie (die Tiere) stehen Gott näher als der Mensch (S. 52 f.). Wohlgemuth weist, worin ihm Heinemann (Jeschurun 1915, 140) vorausgegangen ist, zutreffend auch auf ein ,,sprachpsychologisches Moment" hin: ,,Bezeichnend, daß es auch für das Essen, Trinken, Sterben der Tiere keine besonderen herabsetzenden Ausdrücke gibt" (S. 16, 146). Mir selbst ist diese Anschauung, welche den vorausgehenden Ausführungen zu Grunde liegt, beim Bibelvortrag längst aufgegangen und ich habe sie seit Jahren im Unterricht zur Geltung gebracht. Zur ausführlichen Darlegung bietet mir nun I. Löws Jubelfeier Anlaß. Denn diese Menge für Tier und Mensch gemeinsamer Bezeichnungen von Entstehen und Vergehen, von Ernährung, Bewegung, von Tätigkeit und Lebensäußerung, von Körperbau und Gliedmaßen, all dies wird ja seine richtige Beleuchtung erst finden, wenn der biblische Sprachgebrauch mit den entsprechenden Erscheinungen in anderen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.