Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829999-2830001-2849873--52401-2849951- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen 33 syrisch ״schneiden“ arab. und daraus ״verwunden“, ״verunstaltcn“, daher סורחגא ja. wie syr. ״Sünde“, ״etwas Häßliches“, ״Verdorbenes". In der Verwendung von סרח im Ja. mit Bezug auf Speisen und Getränke heißt es wohl ״verwest“, und ist סרח ״stinken“ kaum nachweisbar, da an all den vielen Stellen, wo man so übersetzt, es ebensogut ״verderben“, ״verwesen“ heißen kann. Falls aber es wirklich ein ״ סרתstinken“ gibt, dann ist es wohl eine Nbf. von *פרי, das gemeinaramäisch ist, und ist dann פורחנא ״Sünde“ dazu zu stellen. In Sanhedrin 22a ist nach geonäischer Tradition in Responsensammlung Harkavy 144, N. 295, R. Hananel z. St. und Aruk s. v. סר VI, 126 חד פריי zu lesen —- כד der Ausgaben ist besser! — und פריי hat hier dieselbe Bedeutung wie ״ סרחverderben“, im übertragenen Sinne ״untauglich“, so daß diese beiden Wurzeln im identischen Sinne gebraucht werden. Da nun aram. ״ פרי־stinken“ kaum von arab.^ ״böse sein“ getrennt werden kann, — man denke nur an hebr. באש, das bhebr. ״stinken“ gemeinaram. ״ באשschlecht“ — so gehört ״ סרחנורואGeruch“ wohl zu פרי ־=םרח und nicht zu בפרח. Wie dem auch sei, bhebr. נפרחח in Jerem 497 — zu diesem Ausdrucke vgl. Sanh. 97a חכמת הסופרים תפרח als Parallelismus zu ימאסו — ist wohl spätere Orthographie für נע\רחה; denn sowohl בפרח als eventuell צפרת verlangt ein ש im Hebräischen. סרט. In Mekilta R Sch.114, 21,40 hat unser Text. ועשה לחם דרך פרט מישור, was nach dem Herausgeber heißen soll: ״Und er macht für sie den krummen Weg zu einer Ebene“. Aber פרט heißt nie anders als ״einschneiden“, ״einsetzen“, und zwar nur mit Bezug auf weiches Material, wie die menschliche Haut oder Papier u. dgl., und kann daher kaum von der Landstraße gebraucht werden. In der Parallelstelle, Tosefta Sota 42 S. 299 oben, lesen Ausgabe und Ms. Wien2: דרך סרט מושך והולך, was zu übersetzen ist: ״ein Weg, der gradlinig sich hinzieht“, denn es gehört zu סרט linieren syr. ״ סרטאLinie“. Die Emendation R. El. Wilnas: פרטיא Stratum ist demnach überflüssig, denn wenn es auch ein סרט gegeben haben muß, wie Arab. zeigt, so paßt מושך והולך viel besser zu einer ״Linie“ als zu einer ״Straße“. 1 Der ganze Paragraph auch in ל׳*ב מדות des MHG. (bei Schechter XXI), wo jedoch סרנרו steht. Die Striche sollen vielleicht andeuten, daß das ו zu streichen sei, oder daß es zu folgendem Worte מישור gehört: דרך 0רט ומישור. 2 In Ms. E. infolge eines Homoteleutons ausgefallen. Monatsschrift, 7&. Jahrgang 3