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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Lexikographie des Jüdisch-Aramäischen
Date
1934-01-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 Louis Ginzberg כאד in M. BK. 9,4 kann nicht einfach ,,häßlich“ bedeuten. Ge- Schmucklosigkeit mag ein Verbrechen sein,: aber, das Gericht ist• ihr־ gegenüber machtlos, und diese Mischnah spricht vom Schadenersatz, den der Färber für das Fäiben כאור zu bezahlen hat. Der Talmud z. St. 100b—101a erklärt demnach, daß an dieser Stelle כאור ״Kleckse“, ״schmutzige Streifen“ bedeuten, die ihr Dasein der Verwendung schlechter Farbe verdanken, und für die daher der Färber verantwortlich sei. Diese Erklärung1 des Talmuds geht von der Voraussetzung aus, daß die Grundbedeutung der Wurzel כאר sei ״von schmutziger, schwarzer Farbe sein“. Diese GB. liegt vor in BR. 22,6(S.' 209), wo Theodor gegen die überwiegende Mehrzahl der Hss. כאוד liest, während כאור, bezw. כעו-ר, . die allein richtige LA. ist; denn die haggadische Aussage2 beruht' auf der Deutung ״ ויאפלו ויפלוund wurde dunkel“, und ferner wird diese GB. vorausgesetzt in der häufigen. Zusammenstellung von כאור mit ״ שחורschwarz“, bzw. ״ 3מפוחםpechschwarz“, zur Bezeichnung der Neger. Im syrischen ״ כאירschwarze, dicke Wolke“ hat sich die GB. dieser Wurzel erhalten, von der die übliche ״ariklagen, schelten“ eine sekundäre Entwickelung ist. Sehultheß HW. 77 leugnet zwar einen solchen Übergang für das Syrische, aber ״ כאאschelten“ kann trotz Joüon und anderer (vgl. Gesen. HWB 17 s. v. כהה) nicht gut vom hbr. כהה getrennt werden, das ״dunkel ein“ und ״schelten“ bedeutet. Die. Annahme ist demnach berechtigt, daß כאר, oder genauer gesagt, 1 Diese Talmudstelle ist allerdings von den späteren Kommentatoren und den modernen Lexikographen arg mißverstanden worden, obwohl die.geonäische Tradition dieselbe so deutlich erklärt, daß es einen Wunder nimmt, wie das geschehen konnte. Nach dieser Erklärung waren im Volks: munde zwei Bezeichnungen für solche Kleckse im Gebrauch, כלבוס ,,Zangq“ (eigentlich ״Hündchen‘.‘, vgl. Löw zu Krauß, 288) und כפרא דודי, Wischlappen; vgl. P״. Bezalel Aschkenazi, 'שיטה מלן z• St. — etwas kräftige Ausdrücke, aber an Deutlichkeit und Verständlichkeit lassen sie nichts zu wünschen übrig, , , . 2 Theodor sah-sich, um der falschen Lesart gerecht zu werden, gezwungen, die Worte ויחר לקין hinzuzufügen, da כאוד nur mit ויחר zusammenhängen kann. . ׳ , 3 Vgl. z. B. BK. 36,7; 341 und 40,4; 3842. An der ersten Stelle hat eine Handschrift;: ,כעור כפחם ,,pechschwarz“!

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