Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
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Neuere Ansichten über ״Tokio th Jeschu“ 45 fängnis darstellt, in ihr ,,Leben J.“ aufzunehmen; alle Texte dieser Art stammen daher aus mohammedanischem Kulturgebiete. Dazu gehört auch der dem Apostaten Abner Alfoso bekannt gewesene Text, von dem, ebenfalls in Form einer gedrängten Zusammenfassung, sich ein Auszug erhalten hat in Schemtob ibn Schapruts Streitschrift ,,Eben Bochan“ (aus ms. des j. ’theol. Seminars Breslau von mir abgedruckt in Leben J. 146 f.). Da wird die Sache eingeleitet mit den Worten בספר שחברו בלשון ירושלמי בעובדא־ דישו בר פכדרא, woraus wir lernen, 1. daß das Ding ein ,,Buch“ war, wohl kein großes, so daß die aram. Geniza-Texte wirklich nur Fragmente sein können, 2. daß der gewiß sachkundige Schemtob an der Bezeichnung ״jerusalemische Sprache“ nichts auszusetzen hatte. Noch kommt hinzu, daß in dem von mir abgedruckten T. J. ms. Straßburg an: zwei Stellen (S. 45 und 48) ziemlich unvermittelt und ohne erkennbaren Grund die Diktion auf einmal aramäisch wird, u. z. wird an der ersten Stelle ausdrücklich gesagt, die ״ בחורי ישראלisraelitischen Jünglinge“ hätten sie, die Jünger Jesu, in aramäischer Sprache (בלשון ארמית) angesprochen und ihnen gesagt etc. Das andere Stück beinhaltet die Promulgation der neuen Lehre Jesu, und die aram. Sprache ist.hier so altertümlich, daß es der Verfasser für nötig erachtet, dieselbe sofort hebräisch zu erklären; doch mag das auch daran liegen, daß er seinen jüdischen Lesern die unbekannten Christliehen Begriffe erläutern will. So weit wäre die Sache in Ordnung. .Nun tritt aber Ginzberg mit der These auf, das alles sei kein echtes Aramäisch! Auch er erkennt zwar an, daß die aram. Texte weit mehr originell sind als die hebräischen, aber es könne nicht gesagt werden, daß sie in der lebenden aiam. Sprache verfaßt worden seien. Auf seine Gründe gehe ich sofort ein, doch soll erst das Aramäisch des ms. Straßburg erledigt werden. Ich habe es für das einfachste angesehen, daß in ms. Straßburg die Abhängigkeit von dem jedenfalls weit älteren und originellen aram. T. J. noch durchschimmert, weshalb ich denn diesen Text an die Spitze meiner Editionen gestellt habe (Leben J. 247). Aber Ginzberg (a. O. 328) erklärt dezidiert, daß das Aramäisch dieses Textes ganz verderbt (כלו משבש) sei, und zwar , stellt er sich die Sache so vor, daß allerdings dieser Verfasser das aram. T.. J. benützt habe,