Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Schlußwort
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
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19 Klausners Jesus-Werk zwar dogmatisch gerichteter Kreise findet, so wird man es ver״ stehen, wie schwer, wie gewagt es ist, eine Plattform zu be״ stimmen, von der aus man sich versprechen darf, eine universale Lösung dieser schwersten aller Probleme zu finden, d. h. eine Lösung, die man. als interkonfessionell ansprechen darf, die als vollständig unbefangene, gleichsam absolute menschheits״ geschichtliche Lösung nicht nur dem Christentum entspricht, sondern auch dem Judentum gerecht wird. Diese Plattform glaubte Klausner finden zu können. Er suchte nach einem allseits isolierten leeren Raum, von dem aus eine streng objektive Beurteilung der Dinge möglich ist. Er will ein Jesus*Bild entwerfen, ״das sich sowohl von der Dar״ Stellung der christlichen wie auch von der der jüdischen Theo״ logie unterscheidet“ (S. 10). ״Eine Vorstellung von dem Anders״ sein und der Verschiedenheit von Judentum und Christentum“ soll der Zweck seines Buches sein (8). ״Wenn aus diesem Anderssein und dieser Verschiedenheit die Existenz״ berechtig urig des Judentums1־ von selbst hervor״ gehen sollte, so wäre das ein Gewinn, dessen ich mich freuen würde.“ Die Sprache ist deutlich genug. Im letzten Satz hat Klausner sogar etwas mehr gesagt, als sein Problem von ihm fordert. Oder hätte etwa Klausner die Existenzberechtig u n g des Judentums allen Ernstes als ein Problem angesehen, das vom Ausgang einer neuen Leben״Jesu״Darstellung abhängig* ist? Es scheint so. Jedenfalls hat sich Klausner nicht auf eine rein geschichtliche Darstellung des Lebens Jesu beschränkt, son״ dem darüber hinaus ein wenig Religionskritik geübt. Die nicht gerade freundliche Stellung, die er dem Pharisäertum und sogar dem mosaischen Gesetz gegenüber einnimt, bezieht sich nicht bloß auf die Zeit Jesu, sondern gilt überzeitlich dem Judentum und seiner Lehre. Die Abhebung Jesu vom Judentum ist an sich nicht neu. Die Schulen, unter deren Einfluß Klausner steht, bieten häufige Analogien hierfür. Doch wird man das Aufsehen, das Klausners kritische Stellungnahme erregte, vollkommen be״ greifen, wenn man bedenkt, daß für ihn das d o g m ä t i s c h ״ apologetische Inte resse seiner Vorbilder als Inter״ 1 Von mir gesperrt. 2׳