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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 1
Article
Nochmals: Klausners Jesus-Werk [Nachricht]
Date
1933-01-01
Page
Seite 17 (sequence 2)
Language
German
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Klausners Jesus-Werk 17 und. nicht für Romanleser bestimmt. Die Anzahl der kritischen Aufsätze, die über mein Buch in 12 Sprachen erschienen sind, reicht bis 400. Unter ihnen befinden sich Aufsätze von Forschern wie G. F. Moore, Samuel Krauss, Claude Montefiore, Herford, Dalman, Kittel und A. Könnte ein Werk, das nichts Neues bringt, so viel von sich reden machen und solche Gelehrte beschäftigen? b) G. hat es für richtig* gefunden, als Gegenkritiken zu nennen: die Schmähschriften E. Deinards und die ״Kritik'" J. D. Eisensteins. Ist dies in einer rein wissenschaftlichen Besprechung am Platz? c) G. argumentiert, daß bei Epiphanius (dessen Stellen ich genau an׳- gegeben habe) bloß von Alexander (Jannai) und Salina (Salome) die Rede Ist, nicht aber von Josua ben Perachja; das wäre also eine Quelle für sich. Nun findet sich doch im Talmud der Beginn mit Alexander Jannai (כדקטלינהו ינאי מלבא לרבנן); es ist somit der hauptsächliche Name, dessen beide sich bedienen, gegeben; warum sollte nun Epiphanius auch noch den Josua ben Perachja nennen? d) Seit wann ist eine Vermutung wie die meine, daß die Worte ולא כר׳ יהושע בן פרחיה שדחפו לישו!הנוצרי] בשתי ידים späterer Einschub ist, Talmudfälschung? G. hat das Recht, meiner Vermutung nicht beizutreten, aber kein Recht, sie Talmudfälschung' zu nennen. H. Stourdze, (REJ., LXXXII, 133—156) ist späterhin zum selben Resultate gekommen; ist er auch Talmudfälscher? e) Es ist schmerzlich, zu sehen, daß ein echter Forscher wie G. sich eines Buches von J. M. Robertson (Jesus und Judas) bedient, der (S. 51) Judas Iskarioth aus den hebräischen Worten יהודה סבךמי ableitet und es mit ״Judas 4bzw. das jüdische Volk) der Auslieferer" wiedergibt, in dem ferner (S. 207) bezug* genommen wird auf eine talmudische Tradition der Bezeichnung ישוע שר הפנים zur Stützung der Annahme eines vorchristlichen Jesuskultes. Und das alles, weil Robertson die Existenz des Evangelien-- Jesus leugnet. f) G. beweist nach Keim und Robertson aus Justins Dialog (c. 8), daß der Jude Tryphon die Existenz Jesu geleugnet hätte. Dies ist aber ganz unrichtig. Tryphon sagt dort bloß, daß es ״nicht bekannt ist, ob der Messias (ypiaToc) geboren wurde, und ob er sich irgendwo findet, und daß die Christen sich einen Messias erdichtet haben". — Das ist aber so zu verstehen, daß Tryphon nicht glaubt, daß der, welchen die Christen Messias nennen, auch in Wirklichkeit der Messias sei, und daß er beieits geboren wurde, oder daß auch der jüdische Messias bereits geboren wurde und sich irg'endwo findet (nach der bekannten jüdischen Agada, J. Berachoth, II, 5 a u. s.:, daß der jüdische Messias bereits: geboren wurde, sich aber verborgen halte bis zur g'eeig'neten Stunde). Es ist hier aber keineswegs davon die Rede, daß Tryphon die Geburt Jesu und sein Vorhandensein an einem bestimmten Orte vor vielen Jahren geleugnet hätte. Vgl. diesbezüg~ 'iich'A. Harnack, Judentum und־ Judenchristentum in Justins Dialog mit Tryphon, Texte und Untersuchungen, 39,1, Leipzig 1913, S. 74—75. Monatsschrift, 77. Jahrgan״ 2

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