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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 90 (sequence 3)
Language
German
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90 Besprechungen dem in 2. und 3., ständig auf 1. zurückzugreifen. Auf das zweite Buch entfallen nur 50 Seiten, obwohl über die mohammedanische Rechtstheorie und -praxis in bezug auf die Juden, über das wirtschaftliche und soziale Leben eine ganze Menge mehr hätte gesagt werden können. Auch die zeitgeschichtlichen Hintergründe und Antriebe für die schriftstellerische Tätigkeit eines Saadja sind nicht herausgearbeitet. Im ersten Buch, das die biblische Zeit, behandelt, werden die Fragen der Kritik mit größter Vorsicht angedeutet, und in den Übersichtstafeln beginnt die Chronologie erst mit den Richtern. Überall ist das Urteil sehr, wohl überlegt und abgewogen. Über Einzelheiten kann man bisweilen verschiedener Meinung sein, auf diese wenigen Abweichungen kommt es jedoch nicht an. Das Buch als Ganzes darf als hochwertige Leistung, zumal als die erste ihrer Art in englischer Sprache, begrüßt werden. Berlin. I. Elbogen. Joseph Klausner, Prof, an der Hebr. Universität Jerusalem: יוצרים ובונים. . III. Band. Jerusalem 1929. 290 S. Derselbe: Historia schel hasaphruth haibhrith hachadaschah. I. Bd. Jerusalem 5690. VIII und 309 S. Der auf verschiedenen Gebieten unermüdlich schaffende hebräische Forscher hat sich mit der Veröffentlichung des III. Bandes seines Werkes ,,Jozrim Ubonim“ von neuem ein nicht geringes Verdienst um das Verständnis neuhebräischer Dichtung erworben. Das vorliegende Buch bringt 5 Abhandlungen über Bialik, 3 sind Sehneur gewidmet, 2 Schimonowitz, 1 Kahan, 11 Tschernichowsky. Daß Kahan sich mit einem einzigen Aufsatz begnügen muß, hat eine traurige äußere Ursache: bei den Araberüberfällen im Sommer 1929 wurde rieben anderem Wertvollen auch das ursprüngliche Manuskript vernichtet, und Verf. begnügte sich dann mit einer kürzeren Rekonstruktion. Wenn dagegen etwa die Hälfte des Buches auf Ts ehernichowsky entfällt, so darf wohl die besondere Vorliebe Klausners gerade für diesen Dichter, zur Erklärung herangezogen werden. In einer,wie mir scheint, glücklichen Typisierung stellt Verf. Bialik, Tschernichowsky und Sehneur als die Dichter der Kleinstadt, des Dorfes und der Großstadt einander gegenüber. Bialik ist der Dichter des ostjüdischen ,,Städtchens“, das erfüllt ist vom Geist der. Romantik, der Überlieferung, der Frömmigkeit, der ,, Jüdischkeit“. Freilich erhebt sich Bialilc hoch über die Enge des Städtchens, er betrachtet es von oben her. Aber hier ,wurzelt er, hier stehen seine Füße, auch wenn sein Haupt die Wolken berührt. Dagegen ist Tschernichowsky der Dichter des׳ Dorfes, selbstverständlich hur in dem psychologischen Sinn, wie Bialik der des Städtöfiens genannt wurde. Das Dorf mit seiner Naturverbundenheit und’Einfachheit, wo reine und starke Gefühle gedeihen, bestiihmt seine auch dem Allmenschliehen und Universalen weit aufgeschlossene Dichtung. Sehneur endlich ist der Dichter der Großstadt. Die Großstadt mit ihrer Unrast, ihrer Weite und Großartigkeit, ihren■ überfeinerten Genüssen, ihrer Befriedigung aller

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