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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 89 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 89 sowie eine klare, auch dem Laien verständliche Darstellung־. Letztere wird unterstützt durch die Landkarten, ein ausführliches Register (S. 775—823) und vor allem durch die chronologischen Tabellen (S. 754—774), die synchronistisch die für die jüdische Geschichte wichtigsten Daten und Ereignisse in״ den verschiedenen Ländern nebeneinander stellt und so dem Leser die Orientierung erleichtert. Diese Hilfsmittel sind um so mehr willkommen, da die Verfasser zu viel des Guten geboten und allzu zahlreiche Einzelheiten gebracht haben. So viele Namen kann kein Leser aufnehmen. Es ist gewiß löblich, wenn stets der zeitgeschichtliche Hintergrund der Ereignisse angegeben wird, aber wenn der Leser dabei so viele Namen hinnehmen muß, wie die der Ptolemäer und Seleuciden (S. 128 f.), die der römischen Soldatenkaiser (S. 224 f.), die der verschiedenen Kalifen (S. 277) u. ä., wird er lieber auf diese eingehende Information verzichten. Auch aus der jüdischen Geschichte wird ihm kaum ein Name geschenkt, und gar mancher verliert an Bedeutung, da er aus der Menge gleichgültiger nicht genügend herausgehoben ist. Der neueren Richtung in der Geschichtsschreibung entsprechend, bemerken die Verfasser, daß sie eine Geschichte des ganzen Volkes,, der Massen, nicht nur der Prominenten schreiben wollten und infolgedessen besonderen Nachdruck auf Wirtschafts- und Sozialgeschichte gelegt haben, daß hingegen nicht beabsichtigt war, eine Geschichte der jüdischen Literatur zu schreiben. In Wirklichkeit haben sie diese Absicht nicht streng genug durchgeführt und der Literatur bzw. ihren Vertretern weit mehr Raum gewährt als im Rahmen des Ganzen zu rechtfertigen ist. Infolgedessen mußte die Wirtschafts־ und Sozialgeschichte zurücktreten, sie wurde wenigstens nicht so anschaulich vorgeführt, wie sie müßte und mit heutigen Mitteln ■dargestellt werden könnte. Es ist z. B. bezeichnend, daß über die Gemeindeverfassung Palästinas im Anschluß an die Literatur aus der Zeit nach der Zerstörung des Tempels gesprochen wird, obwohl sie sich wahrscheinlich gegen früher nicht geändert hat, daß über die Lehrer der Mischna und der Talmude mehr als über die bürgerlichen Verhältnisse der Zeit, daß über den Abschluß des Talmud nur im Zusammenhang mit dem babylonischen Talmud gesprochen wird, so daß der Leser kaum erfährt, daß es noch einen Talmud gibt. Die Einteilung des Stoffes schließt sich an Dubnows These von den Zentren an, ohne jedoch dessen Übertreibungen zu übernehmen. Das Werk zerfällt in 5 Bücher mit 11$ Kapiteln : 1; ,,In Palästina von den Anfängen , bis zum Erlöschen des Patriarchats: (2000 v.—425 n.)ce in 35 Kapiteln; 2. ,,Das östliche. Zentrum bis zum Erlöschen des Gaonats (175—1038)“ in 7 Kapiteln; 3. ,,Die westeuropäischen Zentren bis zur Austreibung aus Spanien (139 v.—1492 n.)“ in 21 Kapiteln;:. 4. *,Das Emporkommen neuer Zentren bis zum Vorabend der französischen Revolution (1492—1786)“ in 15 Kapiteln und 5. ,,Das Zeitalter der Emanzipation. (1787—1925)“ in 20 Kapiteln. Eine absolut richtige Einteilung׳ des gesamten Stoffes ist noch nicht gefunden, jede bisher angewandte hat ihre Vorzüge und ihre Schwächen; Die vorliegende leidet zunächst unter einer mangelnden Proportionierung der einzelnen Bücher, sie zwingt außer-

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