Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Frummet Meisel
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Frummet Meisel 79 mehr! Denn in unserem Falle handelt es sich , nicht um die Frau eines gewöhnlichen Mannes, sondern um die Frau eines berühmten,• allgemein hochangesehenen Prager Juden. Wenn ich hervorhebe ,,Prager Juden", so. tue ich es aus dem Grunde, weil es in Prag Jahrhunderte hindurch Sitte war, neben dem Namen des Vaters, auch den Namen des Gatten hinzuzufügen. So z. B. wird in den 34 im Gal 'Ed abgedruckten Epitaphien von Frauen, in nicht• weniger als 31 Fällen — die andern 3 mochten geschieden sein — den! Namen des Vaters auch noch der Name des Gatten hinzugefügt1. Aber ausgerechnet bei der Frau eines Mardokaj Meisel, eines Mannes, in dessen Schatten zahllose .Menschen Zuflucht, suchten, der eine Zierde unseres Volkes war, auf den wir mit Stolz, hinweisen, ist in Prag auf dem Epitaph seiner Frau die ehrenvolle Yerbindung mit ihm verschwiegen worden. Muß das nicht in Staunen versetzen! Man stelle sich nur einmal vor, man hätte, in der Grabinschrift einer Judith Montefiore den Namen ihres; Gatten, eines Moses Montefiore, weggelassen. Ich glaube, das besagt alles. Daß aber diese meine Bedenken auch von anderen als nicht so. unberechtigt geteilt worden sind, dafür ist Foges ein Beweis, der . sich ebenfalls diese auffallende Tatsache nicht zu erklären weiß»,, zumal auch er an eine Ehetrennung nicht glaubt, schon darum nicht, weil auf einem nach, dem Tode Meiseis verfaßten Konfiskationsberichte sie als die verlassejie;.Wittib, Meiseis b§-; zeichnet und auch auf. einem Vorhänge der Meiseisynagoge in Prag als![אלמנת^רדכיי] .מ[ייזל genannt wird2.; Allerdings, versucht . . 1 ׳ In, der vqn Brann herausgegebenen Sammlung von Fürther Grab/ inschriften, Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann, Breslau 1900, 428 ff. steht in den meisten nur der Namen des. Gatten, nicht auch des Vaters, eingezeichnet. Wir ersehen daraus, wie da in d;en einzelnen Gemeinden ein eigener, Gebrauch sich herausgebildet hat, der dann in den meisten Insphriften konsequent durchgeführt worden ist. Und darum ist der Verweis auf: Wiener Epitaphien, wo eben nur der Namen des Vaters״in den meisten Fällen verwendet worden ist, ein recht mißglückter. Es gibt hier eben keine Norm, sondern הכל כמנהג המדינה. 2 Dafür, daß die Ehe Meiseis mit Frummet nicht getrennt war, sind nicht allein die von Foges, a. a. O., S. 54 f,, angegebenen Gründe maßgebend, sondern hauptsächlich der von mir in .meinem Aufsätze, S. 274, angegebene Grund, daß Frummet bis zum Tode: Meiseis in seinem Hausp