Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur vergleichenden Märchenkunde
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 2)
- Language
- German
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Zur vergleichenden Märchenkunde 17 seiner ,,Exempla“ hat er vor einigen Jahren selbst einen Überblick über das, dank den Arbeiten Aptowitzers, Bergmanns, Grünbaums, Hellers, Jacobs״, Levis, Löwingers, Marmorsteins, J. Perles״, besonders Gasters selbst u. a., bereits ins Riesenhafte angewachsene und ständig sich noch vermehrende Schrifttum der vergleichenden Märchenkunde geboten, deren Kenntnis natürlieh auch für das Verständnis der jüdischen Volksliteratur unerläßlich ist. Wie schon ihr Titel besagt, bildet die Volkskunde nicht den einzigen Gegenstand dieser gesammelten Schriften Gasters. Vielmehr zeigt sich auch hier die erstaunliche Vielseitigkeit dieses fruchtbaren Geistes, Mit der gleichen Meisterschaft, wie über Gegenstände der Volkskunde, spricht er hier über die Chronologie des Juden Demetrius, der den Griechen gegenüber für sein Volk ebenso ein hohes Alter in Anspruch nahm, wie Berossus, Sanchuniaton und Manetho für die ihrigen, — über die messianische Bedeutung des Mannasymboles auf jüdischen Münzen und den Sinn der drei Blumen (Lilien) im Isis- und Marienkult, — die Aussprache des Hebräischen bei den Aschkenasim bis ins 14. Jahrhundert, — die Funktion des Altars in den jüdischen Gotteshäusern außerhalb Jerusalems zurzeit des Tempels, — den samaritanischen Kultus, — die Wunderwirkung des Schern hammeforasch, — die Symbolik der Challoth1, — über mystische Alphabete und Bibliomantik (Schimmusch thillim)2 * * *. Behandelt werden 1 Unter dem Einfluß der lurjanischen Mystik, die auch in Freitagabendliedern ihren Niederschlag gefunden, bäckt man 12 Challoth, den Schaubroten entsprechend, in Galizien und in bestimmter Form (vgl. ‘Abodat hasana, Belgrad 1856, und Grimbaum, Jüdisch-spanische Chrestomathie 64) bei den Spaniolen, 2 darüber seitdem zusammenfassend: Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde 1902, Nr. 2, S. 81 ff. ,,Bibliomantie und Gesundbeten“, JE III s. v. ,,Bibliomancy“ und X s.v. ״Psalmomancy“ sowie nachzutragen: Thiers J. B., Traite des superstitions I 362 fg., 378, 406; Mif6alot ’elokim, Lemberg 1804, 2. Auf!. 1872; Hwbch. d. deutschen Aberglaubens I, Art. ,,Bibelamulett“ und ,,Bibi. Worte im Zauber“; Bergmann, Legenden der Juden 42 (Mittel, einen Dieb zu erkennen, nach dem Sohar); Kuhn-Schwartz, Norddeutsche Sagen 448 (mittels Erbbuch und Erb- Schlüssel einen Dieb entdecken, vgl. Grimm Mythol. 1063, Müllenhof 272 b, Wolf Wodana 106); Berliner, Aus d. inneren Leben, S. 24; J. W. Wolf, Beiträge z. deutschen Myth. S. 230 Nr. 358; E. Stemplinger, Antiker Monatsschrift, 76• Jahrgang 2