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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 76 (sequence 2)
Language
German
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76 Freilich haften der Arbeit gewisse Mängel an. Wenngleich der Verf. in einem Nachwort Hinweise auf die Quellen bringt, so geschieht dies in ebenso unübersichtlicher wie auch unvollständiger Weise. Wer die Materie auf Grund dieses Buches wissenschaftlich weiter bearbeiten will, wird hier in manche Nöte geraten. Der Verf. weist auch nur die Quellen der Abbildungen nach, unterläßt es aber seltsamerweise, auf jene des Textes hinzuweisen. Fußnoten vermeidet der Verf. gänzlich, ohne dafür einen ausreichenden Ersatz zu geben. Wenn z.. B. auf S. 112 von vielen Grabinschriften ,,in der Krim“ gesprochen ist oder auf S. 113 von 33 jüdischen Inschriften aus Karthago und Tunis, so erscheint das für wissenschaftliche Forschung unzureichend. Störend ist ferner, daß eine Reihe wertvoller Abbildungen anscheinend durch Reproduktion von Autotypien hergestellt wurden (Abb. 113—15, 131 usw.), was deren Deutlichkeit stark beeinträchtigt. — Der Irrtum Krautheimers hinsichtlich der 3 (statt 4) Säulen in Regensburg ist hier weitergeschleppt. Die Behauptung (S. 219), der Geist des jüdischen Ostens sei ״zu weitabgewandt, um Wert auf Kunst zu legen“ ist immerhin anfechtbar. Wenn diese Kunst aber vom Verf. als derbe Volkskunst bezeichnet ist, so liegt dies in dem Mangel einer zünftigen Erziehung, auf die der Unterzeichnete bei seinen Forschungen über jüdische Grabmalkunst wiederholt hingewiesen hat. — Bei der Besprechung des Prager Friedhofes, dessen Kunstblüte der Verf. erst nach dem 30 jährigen Kriege beginnen lassen will, vergißt er, daß gerade die deutsche Renaissance, die damals schon vergessen war, besonders prächtige Grabmäler schuf, so z. B. jenes der Hendel Bassewi Edlen von Treuenberg u. a. Bedenklich erscheint mir ferner, daß der Verf. den Maler Sußmann als aus Brod gebürtig und sonach als Böhmen bezeichnet, eine These, die m. E. völlig unhaltbar ist, ebenso wie die Behauptung, daß dessen Malerei ״viel feiner und edler“ sei, als alles was in Polen entstanden. Es scheint, daß dem Verf. die prächtigen, vor Jahr^ zehnten in einer polnischen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichten Malereien in der Synagoge zu Jablonow unbekannt geblieben sind. Hinsichtlich Sußmanns ist wohl Brody statt Brod anzunehmen. Im Ganzen genommen ist die Arbeit als Markstein auf dem Wege jüdischer Kunstgeschichte zu bezeichnen und wird für Jeden, der für diese Materie Interesse zeigt, ein unentbehrliches Werk bilden. Alfred Grotte. Woolley, 0. L.s Vor 5000 Jahren. Die Ausgrabungen von Ur und die Geschichte der Sumerer. Stuttgart 1929. Deutsche Uebersetzung von E. Unger. Die englischen Ausgrabungen zu Ur im südlichen Babylonien (dem biblischen Ur-Kasdim) haben Kunstwerke zutage gefördert, die zu den ältesten bisher gefundenen gehören und die in den letzten Jahren das Interesse weitester Kreise erregt haben. Diese Funde von Ur waren der äußere Anlaß zur Entstehung dieses Buches. Dasselbe beschränkt sich aber nicht auf eine Dar- Stellung der Ergebnisse dieser Ausgrabungen, dieselben werden vielmehr in eine Schilderung der Geschichte des sumerischen, Volkes hinein verwoben, in der der Verfasser den Versuch unternimmt, alles das einheitlich zusammenzufassen, was uns Inschriften wie Archäologie über dieses, in gewisser Hinsicht immer noch rätselhafte Volk zu sagen haben. Die Darstellung ist flott und aüch für weitere Kreise verständlich. Zahlreiche Abbildungen und Karten erleichtern das Verständnis dieses Buches, das sicher vielen zur Anregung und Belehrung dienen wird. Jirku-Breslau. PMlönis Alexandrini opera quae supersunt. Vol. VII: Indices ad Philonis Alexandrini opera, composuit Ioannes Leisegang. Pars II, Berol. 1930, S. 339—878. Ueber Anlage und Zweck dieses Werkes habe ich in meiner Anzeige der ersten Hälfte (MGWJ 73, 473 ff.) eingehend berichtet und freue mich, daß: die dort ausgesprochene Hoffnung auf baldigen Abschluß des Büches inzwischen in Erfüllung gegangen ist. Denn ein Index ist natürlich erst nach seiner Fertigstellung richtig benutzbar. Ich habe das Buch mehrere Monate zu literarischen Arbeiten über Philon verwendet; es hat mich nie im Stich gelassen und sich als ein stets zuverlässiges, übersichtliches Hilfsmittel erwiesen. Die Auswahl, die der Verfasser aus den bereits dargelegten Gründen hat treffen

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