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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zu Bibel und Volkskunde
Date
1931-01-01
Page
Seite 29 (sequence 11)
Language
German
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29 werden muß, so erklärt sich das Verbrennen in diesem Falle daraus, daß sich jetzt Köhanim wohl nicht in dem für den Genuß von Hebe (תרומה) erforderlichen Zustand ritueller Reinheit befinden würden. Die ,,Wachnacht“ des Hohenpriesters vor dem Versöhnungstage, bei der ja für die uns bekannte Zeit wohl nicht an Furcht vor bösen Geistern zu denken ist, könnte doch vielleicht auf den Brauch einer Vorzeit zurückgehen und erst später umgedeutet worden sein, ähnlich wie die Glöckchen an seinem Gewände (Ex 2834f.: ,,Und Aharon trage es beim Dienst, daß dessen Klang gehört werde, wenn er in das Heiligtum geht vor den Ewigen und wenn er herauskommt, auf daß er nicht sterbe.“) nach dem Pentateuch nur gleichsam zur An- und Abmeldung bei Gott dienen sollen, aber wohl nicht vollkommen verstanden werden, sofern man den Glauben der Primitiven an Dämonen der Schwelle und an die Scheu aller Dämonen vor dem Klange des Metalls unbeachtet läßt (s. auch Scheft elowit z, Altpaläst. Bauerngl. 76 ff.). Wenn nach der Mischna Sabb. VI 9 die Kinder am Sabbat mit Binden (zweifellos magischen Charakters), die Fürstenkinder mit Schellen ausgehen dürfen1, so werden diese Schellen zwar von Raschi als Schmuck, aber richtiger von L. B 1 a u, Altjüd. Zauberwes. 164, als Schutzmittel gegen den bösen Blick erklärt (ähnlich auch Nowack in seiner Ausgabe: ״gegen die bösen Geister“)2. Man denke auch an עזאול im biblischen Ritual des Versöhnungstages (Lev 16)3. 1 Die Mischna fügt hinzu, diese Erlaubnis gelte für jedermann, es sei aber das Uebliche angeführt. 2 Vgl. Daremberg & S a g 1 i 0, Dict. des antiqu. I 1562; V 341 ff. 3 Scheftelowitz, ZATW. 1921 S. 117 ff., glaubt, in dem Opfer der roten Kuh (Num 19) einen ursprünglich heidnischen Brauch zu erkennen, dem dann in der Bibel der monotheistische Charakter gegeben worden sei. — Vgl. Steuernagel zu Deut 219. Das von mir früher (MGWJ. LXXIII 325 f.) zur Erklärung von מכייר Angeführte möchte ich nachträglich durch den Hinweis auf noch zwei andere biblische Personennamen ergänzen. י צ ח לן. lacht ist benannt, weil bei der Ankündigung seiner Geburt Vater und Mutter, nach Gen 1717 und 1812 ff., lachen. Der Name מעזה, über den verschiedene Vermutungen aufgestellt worden sind (schon Jesephus bietet eine Etymologie aus dem Aegyptischen), der doch aber für den Hebräer der Form nach nur Herauszieher bedeutet hat, ist dem Knaben (wenn auch natürlich in männlicher Form) von seiner Adoptiv- Mutter beigelegt, weil s i e ihn, nach Ex 25.10, aus dem Wasser herauszieht (herausziehen läßt).

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