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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Biblische Kleinprobleme
Date
1931-01-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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16 wie dieses aufzufassen, d. hu in Parallele zu dem folgenden בטךבד בא ״kommtf< bzw. ,,kam aus der Wüste" auch das im ersten Sätzchen in לחליף (in älterer Orthographie gewiß: לחלף) enthaltene Zeitwort in חלף allein zu finden und zu übersetzen: ,,wie der Sturmwind durchzog er , aus der Wüste kam er, dem furchtbaren Lande." Mit anderen Worten: das ל zu Anfang von לחלוף gehört noch zu dem vorhergehenden בנגב, und die Buchstaben ב)נגבל) zusammen bieten den Namen eines Landes oder einer Gegend, die die Elamiter und Medier bei ihrem Einbruch nach Babylonien durchziehen mußten. Der Satz ist etwa parallel der Schilderung vom Einrücken des Assyrerkönigs in Juda, wovon es Jes 88ganz analog heißt וחלף ביהודה ״und er durchzieht Juda". Es gilt nun das Land zu bestimmen, welches im Osten Babyloniens nach Elam und Medien hin die Einfallspforte für die einbrechenden Stämme bildete und das hier durch die Buchstaben des Textes נגבל bezeichnet scheint. Ein Blick auf die Karte, etwa die bei B. Meißner, Babylonien und Assyrien I lehrt uns, daß es sich nur um das Land Gambulu, bei den arabischen Geographen öunbula handeln kann, das südlich des Gebietes der Puküdu zwischen Babylonien und Elam liegt. Ueber Stamm und Land Gambulu schreibt z. B. Frdr. Delitzsch, Wo lag das Paradies, S. 240 f.: ,,Am wichtigsten von allen diesen Stämmen (der Wüstenaramäer) sind die Puküdu . . . sowie die Gambulu, welche auch noch in den Annalen Asarhaddons und Asurbanipals wiederholt Vorkommen und mit dem Stamm der öunbula identisch sein mögen, welche noch die arabischen Geographen in den Sümpfen des Euphrat- und Tigrisdeltas kennen ... es ist der östlichste aller jener Stämme: er hatte seine Wohnsitze unmittelbar an der elamitischen Grenze, in dem sumpfigen Mündungsgebiete des Ulmü. . . . Die befestigte Stadt des Landes Gambul, . . . wird als dalat Elamdi, als ״Thüre des Landes Elam" bezeichnet. . . . Asurbanipal . . . erobert . . . die Stadt Sa-pi-i-ilu-Bel äl tukulti mät Gam-bu־li, ,,die feste Stadt des Landes Gambul" . . . welche . . . mitten im Wasser lag . . . Danach ist es mehr als wahrscheinlich, daß statt בנגבל ZU lesen ist: בגנבל: Wie der Sturmwind durchzog er G a n b u 1, aus der Wüste kommt er, dem furchtbaren Lande. Bedenkt man nun, daß die Gambulu zu den Wüsten Stämmen der Suti-Nomaden Südostbabyloniens gehören und als deren am weitesten nach Südosten zeltender Stamm (vergl. F. Hommel, Ethnologie und Geographie des alten Orients S. 424 u. 434), wie die keilinschriftlichen Stellen deutlich sagen, in jenem Teil der Wüste zu Hause waren, der oft von Fluten überschwemmt wurde und geradezu ,,mitten im Wasser lag", so ist damit auch die Erklärung für die Ueberschrift ,,Rede über die Meereswüste" gegeben1. 1 Nicht ganz leicht ist es, die genaue hehr, Aussprache des Namens zu bestimmen, der vielleicht etwa 4נבל zu vokalisieren ist. Der Wechsel von

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