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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. 1

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
Einige neuere Erscheinungen zum biblischen, besonders zum prophetischen Schrifttum [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Einige neuere Erscheinungen zum biblischen, besonders zum prophetischen Schrifttum. Von Max Wiener in Berlin. Soweit es sich um auslegende Arbeiten im engeren Sinne handelt, haben wir neue Gesichtspunkte, die das Verständnis in eine von der bisherigen wesentlich verschiedene Richtung zwingen, kaum zu erwarten. Aus den hier anzukündigenden Schriften möchten wir sogar eine gewisse Neigung herauslesen, dem tradierten massoretischen Text mit größerer Schonung zu begegnen. Diese konservativere Tendenz, die gewiß, wie der Ezechiel-Erklärer Joh. Herrmann gelegentlich bemerkt, mit dogmatischen Voraussetzungen nichts zu tun hat, zieht ihre Wurzel zum guten ״JeU daraus, daß die literarischen Probleme des Buchganzen immer ernstere Beachtung finden. Was man mehr oder weniger leichtherzig als ,,unecht“ ausschied, weil es in das so schön konzipierte Bild eines Propheten nicht zu passen schien, das blieb allzuoft in der Luft hängen, wenn die angenommenen Diaskeuasten, Redaktoren und Glossatoren über den Sinn ihres Tuns nicht einigermaßen glaubhaft Rechenschaft ablegen konnten. Gerade, wenn es ausgemacht sein soll, daß sich um das Werk der prophetischen Persönlichkeiten eine Fülle von Meinungen und Aeußerungen früher Leser und Schüler rankt, bekommt diese Reaktion auf die Lehren des Meisters eine selbständige Bedeutung, die genauere Ergründung verdient. Jedenfalls wird so die Erforschung des Buches als solches eine Aufgabe, durchaus ebenbürtig derjenigen des ,,echten“ durch den Namen des Helden gedeckten Kernstückes. Zu solcher Betrachtung regt vornehmlich der Ezechiel von Joh. Hemnann (Band XI des Kommentars zum A. T. hrsg. von E. Sellin, A. Deichertsche Verlagsbuchhdlg., Leipzig 1924) an, auf den — leider sehr verspätet — hier aufmerksam gemacht werden soll. Die außerordentliche Kompliziertheit des Ezechielbuches in literarischer wie vor allem in menschlich-persönlicher Beziehung hatte Hölscher dahin geführt, das Werk geradezu in zwei Teile zu zerlegen, von denen er,den einen einem künstlerisch hochbegabten Propheten, den andern einem priesterlichen Theologen zuschrieb. Unser letzter Bericht hatte dazu Stellung genommen. Mathematisch sichere Ent- Scheidungen sind in historisch-philologischen Fragen nicht zu verlangen. Aber wir möchten Herrmann Recht geben, wenn er aus Gründen wissenschaftlicher Methodik jene geistreiche Konstruktion verwirft und aneinem Ezechiel festhält. Daß gerade die seelische Art dieses Mannes nach grundverschiedenen Seiten hin sich entlädt, das ist viel wahrscheinlicher anzunehmen, als einem Bearbeiter zuzutrauen, die gänzlich disparaten Wesensarten zweier Persönlich«־ keiten redaktionell׳ miteinander zu verschmelzen. Ist so grundsätzlich die Einheit des Buches zugestanden, so ergibt sich für die Auffassung des vorliegenden Textes die Aufgabe, eine Erklärung für die nicht seltenen Wiederholungen und parallel laufend erscheinenden Berichte zu liefern. Der Kommentar von Monatsschrift, 75. Jahrgang, 1

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