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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Wo und wann ist Joseph Delmedigo gestorben?
Date
1930-01-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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43 gemeint ist, da dieser Familienname dort mehrmals belegt ist* 1. Auch der Name des Gabbai (ייעייטי) und die Datierung nach altem Stil können als Beweise für diesen Ort dienen. Nach diesen Notizen wäre Joseph Delmedigo also erst im Jahre 1659 gestorben und hätte mindestens zwei Söhne (bzw. einen Sohn und eine Tochter) gehabt, von denen der eine im Jahre 1653 gestorben wäre. Die Angabe Geigers2 3, daß er nur eine einzige Tochter gehabt habe, ist durch nichts begründet. Die Belegstelle (אלים S. 32) spricht zwar nur von einer einzigen Tochter, schließt damit aber nicht die Möglichkeit aus, daß er noch Söhne gehabt hat8. Auch aus der Vorrede zu תעלומות חכמה II (3b)4 kann man nichts folgern. Dort sagt Delmedigo nur, daß er ,,kein Glück mit Kindern hat“5, das muß aber nicht bedeuten, daß er überhaupt keine Kinder hat. Uebrigens stammen all diese Aussprüche aus der Zeit vor Vollendung seines 37. Lebensjahres. Die spätere Zeit seines Lebens ist uns überhaupt unbekannt, und mit Recht wird in der biographischen Notiz in Gal-Ed bemerkt: ,,Die letzten 27 Jahre seines Lebens (162S bis 1655) sind in undurchdringliches Dunkel gehüllt“6. So kann er wohl später noch Kinder bekommen haben. Ebenso konnte er auch nach den Reisen nach Prag und Worms wieder nach Kandia zurückgekehrt sein. Wie kommt aber der Grabstein nach Prag? Dies bleibt rätselhaft. Man könnte daraufhin einen zweiten des gleichen Namens vermuten, der überhaupt unbekannt geblieben war. Dafür spricht, daß Delmedigo den Namen Joseph Salomo7 führte, während in den Notizen der Vorname nur Joseph lautet8 und daß man den Namen Delmedigo auch später noch häufig trifft9. Trotzdem bleiben merkwürdige XJebereinstimmungen. Beide sollten ungefähr zur gleichen Zeit gelebt haben, beide den Beinamen Arzt geführt haben und beide am Sukkoth, allerdings mit einem Unterschied von 4 bzw. 5 Jahren, gestorben sein? Der Mangel an Material erlaubt nicht, hier die Frage der Identität der beiden Joseph Delmedigo zu entscheiden. Vielleicht wird es noch einmal gelingen, neue Materialien zu finden und damit dieses Rätsel zu lösen. מלכיאל קזאני אשד שמי• הבר! מר אחי הכ״ר אלימלך ז״ל ובצדו הושת. רעת עזבני•, עזבני קראתי לבבי ולמם"ד כהנ׳ים, ואבל כבדת יענים, לימים ושדם. י״ר שתהא מיתתו I כחי ובשתי כפרתר ובפרת כל ישראל אמן. 1 Vgl. מצרף לחכמה, Basel 1629, 4a, 25b; Geiger, ibici., deutscher Teil XXIII; Elim, Odessa 1864, V. 2 Geiger, ibici., S. XXX. 3 Man könnte dort auch unter Tochter nur sein Lieblingswerk ספד דזבשמת verstehen. 4 כובלות חכמה, Basel 1631, 3h. 5 אין לי מזל בבנים ובשאר קניניס. 6 Vgl. auch ״Elim“, Odessa 1864, S. XXI. 7 יש״ר מהכדיא heißt יוסף שלמה הרופא. In seinem Werke ״Elim“ ist der Name יוסף שלמה angegeben. 8 Nebenhei hat auch der Prager Grabstein nur ״Joseph“ als Vornamen. (Vgl. Gal.-Ed. ibid., Nissenbaum ibid.) 9 אלים, Odessa 1864, S. XXI3I.

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