Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wo und wann ist Joseph Delmedigo gestorben?
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
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[16. Oktober 1655] an1. Aber auch trotz Grabstein und Inschrift sind Todestag und -ort des Delmedigo noch nicht eindeutig bestimmt. Ein zweiter Grabstein Joseph Delmedigos mit einem früheren Todesjahr soll sich auf dem jüdischen Friedhof in Lublin befinden2. In Cod. 70 der Handschriftensammlung der Bibliothek des Jüdisch-Theologischen Seminars Breslau3 sind einige Notizen beigefügt, die alle Feststellungen wieder in Frage stellen. Die erste Notiz S. 264 a scheint von Joseph Delmedigo selbst geschrieben zu sein. Er erzählt dort, daß am Sabbatausgang, am 29. Elul 5413, 11. September 1653 [nach Julianis eher Zeitrechnung 21. September 1653 nach Gregorianischer Zeitrechnung], sein Sohn Elimelech Delmedigo, der Arzt, gestorben sei und am nächsten Tage im zerstörten Hause des Malkiel Kasani bestattet wurde. In einem Klageliede auf den Tod des Elimelech Delmedigo wird dann erwähnt, daß jener bestimmt habe, man solle nach seinem Tode vier Jahre hindurch je y2 Maß Oel in die Synagoge, in der er gebetet hatte, spenden. Dem folgen vier Bestätigungen des Gabbai der Synagoge, daß er von Joseph Delmedigo, dem Arzte, das halbe Maß Oel für die Jahre 5414, 5415, 5416, 5417 bekommen habe. Zum Schluß steht eine Notiz eines Sohnes4 des Joseph Delmedigo, daß ,,im Jahre 5420 am Montag, dem 3. Tag der Zwischenfeiertage des Sukkothfestes [6. Oktober 1659] sein Vater Joseph Delmedigo, der Arzt, gestorben ist und am selben Tage neben dem Grab seines Sohnes Elimelech in dem zerstörten Hause des Malkiel Kasani beigesetzt wurde"5. Der Name Kasani kann darauf hinweisen, daß hier Kandia 1 Der Verfasser des Gal-Ed hat die Angaben in תשובה מאהבה wahrschein־ lieh als תטו gelesen und hat deswegen das Datum der Inschrift in 16. Oktober 1655 umgerechnet. In תשיבה מאהבה (Exemplar der Bibliothek des Jüdisch- Theologischen Seminars, Breslau) aber steht das Jahr 26 ־= (5415) תט״ו. September 1654. 2 ש. ב. ניסנבוים. לקורות היהוי־ים בלובלין. Lublin 1899. S. 448 —ל. Vgl. auch Gr ätz a. a. O., Anm. 1. 3 סדד תפלות מנהגי בני יין. Zuckermann: Katalog der Seminarbibliothek (Jahresbericht des Jüdisch-Theologischen Seminars), Breslau 1870, S. 8. Diese Handschrift ist mit der Säravalschen Bibliothek in den Besitz des Seminars gekommen. (Saraval: Catalogue de la bibliotheque de litterature hebraique et orientale, Triest 1853, S. 105; De Rossi: Mss. cod. hebr. Nr. 435.) Sie stammt aus Gandia. Dies ist aus einem Kaufveraierk aus dem Jahre 1616 ersichtlich. 4 Aus dem Text scheint hervorzugehen, daß es sich beim Schreiber um einen vSohn des Delmedigo und nicht um eine Tochter handelt, obwohl auch Frauen hebräisch gocchrieben haben. So unterzeichnet sich eine Frau m. n. פולה [Pola] eine Enkeltochter des Vaters von R. Nathan, Verfasser des Aruch, als Schreiberin der Hs. 104 der Bibliothek des Jüd.-theol. Seminars, Breslau (Zuckermann ibid. S. 12). Eine andere Frau, IsabeBa Perlhefter aus Prag, unterhielt einen hebräischen Briefwechsel mit J. Ch. Wagenseil. (Cod. Hebr. 35 der Leipziger Stadtbibliothek; vgl. auch D. Kaufmann: Die letzte Vertre'ibung der Juden aus Wien u. Niederösterreich, Budapest 1889, S. 201 f.) 5 265) כלבת אש בוערת לביb) . וצפק הוי תוי אבי אבי בשנת הידך ראשי נתתך בשלישי לחול המועד של סכות. בפתוני צר ומצוקות. יום ב' בשחרית 1 בב׳ שעות ביום, בפתיני במדורי יום. ובהנץ החמה, קדר הלכתי בלא חמה. 1 נפטר מר אגי מ׳ הישיש הנעלה הכ*מ יוסף דלמדינו הרופא זיל וכשקימתה לווהו 1 כל הקהל בכבוד ונקבר בחורבה של מחכיר