Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zu den Takkanot des Rabbenu Gerschom
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 9)
- Language
- German
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31 von R. Meir b. Baruch, der wahrscheinlich einige der Teilnehmer kannte. Es steht also außer Zweifel, daß eine Synode der Rheinischen Gemeinden 1223 stattfand und die Takkanot im Wesentlichen, wie wir sie im Rosenthalschen Texte finden, anordnete. Es könnte nur möglich sein, daß תתקף in M eine Variante für תתקג&״ג ist, und daß im Jahre 1220 überhaupt keine Synode stattfand. Der Beweis, daß M eine besondere Synode repräsentiert, scheint mir überzeugend. Die Einleitung zu M ist eigenartig und kann doch wohl kaum auf einen Kopisten zurückgeführt werden. Von größerer Bedeutung ist die Tatache, daß der Karne R. Baruch b. Samuels in Rosenthals Text fehlt. Bekanntlich starb R. Baruch im Jahre 1221. Wären die Unterschiede nur durch Schreiberlaune bedingt, wie ist es dann möglich, daß das 1220 datierte M R. Baruch erwähnt, während R. mit dem Datum 1223 seinen Namen ausläßt? Dies ist der einzige Name in M, der nicht auch in R vorkommt. Kann das Zufall sein? Ist es nicht wahrscheinlicher, daß, obwohl uns die Original-Urkunden nicht vorliegen, die Texte und Unterschiede doch sorgfältig abgeschrieben wurden, und daß in Wirklichkeit zwei Synoden stattfanden. Die Frage, ob Z auch eine separate Synode vorstellt, bleibt genau so zweifelhaft, wie zur Zeit der Abfassung meines Buches. V. Allgemeine Bet rach tu nge n1. Der Rezensent verwirft die ungleichmäßige Bearbeitung der Takkanot. Die Tatsache, daß keine deutschen Takkanot in der Zeit von 1381—1603 erwähnt sind, scheint er besonders zu verurteilen. Er erwähnt aber keine spezifischen Auslassungen, und man kann doch dem Verfasser nicht zum Vorwurf machen, daß er unzugängliches Material nicht anführt. Soviel ich weiß, sind keine Texte von Rabbinischen Synoden für die Jahre 1381—1603 vorhanden. Nachwort zu diesem Aufsatz. Von Fritz Baer in Berlin. Die historische Bedeutung der sog. Takanot des R. Gerschom rechtfertigt es, die von Finkeistein in seinem Buch angeschnittenen und jetzt in so vornehmer Form wieder aufgenommenen Fragen weiter zu verfolgen. Wir sind uns bereits in einigen Punkten nähergekommen und werden uns vielleicht noch weiter verständigen. Zunächst habe ich meine Bemerkungen zu dem Paragraphen über Aufhebung des Polygamie Verbotes zurückzunehmen. Ich bin sofort von Freunden auf meinen Irrtum aufmerksam gemacht worden2. 1 Die unbefriedigende Behandlung der spanischen Verordnungen hat meine Arbeit kaum beeinträchtigt. Leider sind die Quellen dafür wenig zahlreich und die zugänglichen in sehr schlechtem Zustande. Ich möchte noch bemerken, daß עלון ומנחת S. 329, was ich mit einem Fragezeichen versah, Zitat aus Gen 3623 ist. 2 Ich habe meine frühere Auffassung noch in meinem Buch ,,Die Juden im chrisll. Spanien“ I, 1066-, hypothetisch zu halten versucht.