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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Die jüdische Gemeinde Opatow und ihre Rabbiner
Date
1930-01-01
Page
Seite 16 (sequence 7)
Language
German
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16 Färber, Bäcker, Müller, Glaser, Goldschmiede, Fleischer, Musikanten und Feldschere1. Zweimal war O. der Sitz des Landesrabbiners, also des אב״ד דגליל קראקא. Als in der Zeit zwischen 1590 und 1640 der Krakauer Rabbiner nicht mehr wie bisher zum רב הכולל, also zum Rabbiner der ganzen Provinz Kleinpolen gewählt wurde, wurde dieses Amt zum ersten Male dem Q.er Rabbiner Moses, Vrf. des מטה משה übertragen. Eine Aenderung in diesem Zustande trat erst im Jahre 1643 ein, als nach der Wahl Jomtow Lippman Hellers, des Vrfs. des תום״ ירט, zum Krakauer Rabbiner das Amt des אב״ד von Krakau mit demjenigen des Landrabbiners der ganzen kleinpolnischen Provinz sich wieder vereinigte2. Im Jahre 1696 wurde Arjeh Leib, Stiefsohn des David Halevi, des Vrf. des טור״ והב, und Enkel des Joel Särkes, des Vrf. des ב״ח, zum Rabbiner von Krakau gewählt. Die Provinzstädte aber weigerten sich, ihn anzuerkennen und wählten zum Landrabbiner der Provinz Kleinpolen Saul, Sohn des Heschel, Rabbiners in Krakau. So trat zum zweiten Male eine Dezentralisation ein. Arjeh Leib war ausschließlich Rabbiner der Gemeinde und des Bezirkes Krakau, seine Macht erstreckte sich nicht auf die ganze kleinpolnische Provinz, da die letztere nunmehr dem Saul ben Heschel unterstand. Und weil O. die angesehenste der Provinzgemeinden war, wählte sie Saul zu seinem Wohnsitz, wurde Gemeinderabbiner und ריש מתיבתא, so daß er Rabbiner von O. und Landesrabbiner von Kleinpolen zugleich war. Gegen fünf Jahre war O. Sitz des Landesrabbiners, bis im Jahre 1701, als Saul zum Rabbiner von Krakau ernannt wurde, sich wieder die Städte der Provinz mit der Hauptstadt Krakau vereinigten und so jetzt einen durch die gesammte Judenheit Kleinpolens anerkannten Rabbiner hatten3. O. war also eine hochgeachtete Gemeinde, voll bedeutender Gelehrter und Rabbiner, die weithin berühmt w״aren, das Talmud- Studium mit großem Eifer förderten und ihre Gemeinde zu einer Stätte jüdischen Wissens erhoben. Jedoch seit Beginn der Ausbreitung der chassidischen Lehre des Beseht, fing auch der Niedergang O.s an, nicht nur in geistiger sondern auch in wirtschaftlicher Beziehung. Es verlor sein Ansehen, die Zahl seiner Einwohner nahm ab, es wurde eine winzige, unbedeutende Gemeinde. Von nun an waren seine Rabbiner mehr Chassidim und Anhänger der praktischen und theoretischen Kabbala, als Talmudgelehrte; sie verwandelten O. in ein chassidisches Zentrum und in eine Residenz chassidischer ,,Rabbis“. Im 18. Jahrhundert, als der Chassidismus in O. sich zu entwickeln begann, bestand dort nur eine kleine Gemeinde, ,,חכרה חסידים" genannt, an deren Spitze Isaak איש מופת, ,,der Wundermann“ aus Lublin, in 0. Selig Bai Schern gerufen, stand. Von ihm stammte ein ganzes Geschlecht bedeutender chassidischer Zaddikim 1 האסיף a. a. O. S. 140. 2 Vgl. m°in כתבי הגאונים S. 73 und .מגילת איבד von Lipmann FFller, wo <es heißt: 3 Gern dndevo',steher von Krakau und 3 von der Provinz, ״ראשי הגליל״, wählten ihn zum Rabbiner von Krakau und der ganzen Provinz. 3 Das. 1 כלילת יופי, s. 129 b.

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