Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die jüdische Gemeinde Opatow und ihre Rabbiner
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 2)
- Language
- German
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- Opatów 4× ep/1047788
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11 bewacht wurde1. Dieses Judenviertel umfaßte nur eine einzige Gasse und durfte nicht erweitert werden. In der Mitte des 17. Jahrhunderts, als die Zahl der Juden, die aus verschiedenen Gemeinden nach Opatow zogen, immer größer wurde, konnte man für alle kaum Platz finden. Die Vorsteher der Gemeinde sahen sich daher gezwungen, von der Vierländersynode eine חוקת הקהלת zu verlangen, d. h. das Recht, das den vier Hauptgemeinden der ,,Länder“: Krakau, Posen, Lemberg und Wladimir zustand, die Erlaubnis zur Seßhaftmachung von der Genehmigung der Gemeindevorsteher abhängig zu machen2. Am Donnerstag, den 26. Elul 5447 (1687), beschlossen die Ländervorsteher, auch der Stadt Opatow die verlangte חוקת הקהלתי zu gewähren, da ,,viele Leute sich dort niederlassen, die Gemeinde belasten und schlechte Behandlung seitens der judenfeindliehen Stadt verursachen . . . Auch ist wohl bekannt, daß die Gemeinde nicht mehr als eine Gasse besitzt, die nicht vergrößert werden darf; hätten wenigstens die alten Einwohner Platz genug und wären nicht gezwungen, auf der Erde zu stehen und im Himmel zu wohnen — "״יציבא בארעא וגירא בשמי שבדא . Sie faßten daher den Beschluß: ,,es kann niemand ohne Erlaubnis der Gemeindevorsteher dorthin kommen, um dort zu wohnen oder sich aufzuhalten, der nicht zu den Mitgliedern der Gemeinde gehört. Den Vorstehern der Gemeinde steht das Recht zu, alle, die gegen ihren Willen in die Stadt kommen, auszuweisen. Von jetzt an sind sie mit den vier Hauptgemeinden der ארבע הארצות gleichgestellt3״. Die Schwedenkriege (1656/7) trafen auch die Juden der Stadt Opatow״ sehr schwer. Zu dieser Zeit war die Zahl der Juden ,,gegen 200 Familien die sehr reich waren, und fast alle frevelhaft getötet wurden"4. Diejenigen, die dem Schwerte der Mörder entkamen, gerieten in Gefangenschaft. Im Pinax der Gemeinde Pinczow findet man einen הוברות כשמות und אל מלא רחמים für die in diesen Jahren vernichteten kleinpolnischen Gemeinden, unter welchen auch Opatow erwähnt wird5. Im Jahre 1714 ,,wurden dort zwei vornehme repräsentable Leute, berühmte Talmudisten, R. I. Daiches und sein Freund, ganz unschuldig auf Grund einer Verleumdung erhängt"6. Im Winter des genannten Jahres ging die Stadt Opatow in einer Feuersbrunst auf, und die jüdischen Einwohner mußten in den nahegelegenen Dörfern Wohnung suchen. In ihrer Mitte befand sich auch der 1 N. Sokolow האסיף VI, S. 137. 2 11 השלח, s. 241. 3 Das. Hierdurch wird eine Stelle im Pinax der Gemeinde Posen, einer der Hauptgemeinden der ,,Vierländer“, verständlich, wo berichtet wird, daß man dem Isaak Meir Teumim Fränkel, dem späteren Rabbiner in Zolkiew, Sluck und Przemysl, erlaubt hat, sich in Posen ansässig zu machen (קריה נשגבה K־akau 19)3, Abschn. 164). 4 Sokolow im האסיף a. a. O. stellt fest, daß es ihm unbekannt sei, ob die Juden O.s durch die Ereignisse der Jahre 1648/49 und 1656/57 zu leiden hatten. Die Stelle im סיס היון von Feibisch ben Natan Feitel aus Wien (abgedr. im אוצר הספרות IV, S. 426), wo erzählt wird, daß die Juden O.s' — 200 Haushaltungen — beinahe alle während der schwedischen Kriege ge־ tötet worden seien, ist ihm also entgangen. 5 Nissenbaum, לקורות היהודים בלובלין, Lublin 1899, Brief I von Lewinstein. Auch das ist Sokolow entgangen. 6 Jakob Emden, מגילת ספר, S. 44.