Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuerscheinungen zur Geschichte der Philosophie der Neuzeit [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 In philosophiegeschichtlich sachkundiger Analyse wird nach״ gewiesen, daß Krochmal sowohl in seinem Entwicklungsbegriff, wie im Begriff des Geistes von Hegel differiert und mehr an Vico, Herder und Fichte orientiert ist. Ebensowenig ist der Historiker Krochmal zum Hegelianer zu stempeln. Seine Dreiteilung der jüdischen Geschichte in Blüte, Höhe und Verfall ist nicht nach dem Hegelschen Schema aufgebaut und bezeichnet keine Durchgangsstufen einer duich sie sich entfaltenden Vernunft. Krochmal kennt nicht eine dialektische, sondern nur eine empirisch-genetische Methode der Geschichte. ״Das Hegels che Element/' so faßt R. seine Untersuchungen zusammen, ,,wirkte neben den Einflüssen des Judentuins, der Aufklärung und des deutschen Idealismus vorwiegend Herders und Kants, mi tfor m end auf die Gestaltung der späteren Krochmalschen Ideenwelt/' Die ]iidisclse Üemeinde Opatow und iiire Rabbiner. Von Rabbiner II. H.orowitz in Dresden. (Uebersetzt von Dr. 11־. Pfeffer und T>r. D. Lewin, Breslau.}'. Opatow, heute eine kleine Stadt in Polen, war im 16, Jahrhundert eine große und sehr angesehene Gemeinde, eine der sechs Hauptgemeinden von Kleinpolen, die an Größe und Ansehen nur von der Hauptstadt Krakau übertroffen wurde. Zu jener Zeit gab es in Kleinpolen, das "״גליל קראר!א (Bezirk Krakau) genannt wurde, die sechs folgenden Hauptgemeinden: Krakau, Opatow, Pinczow, Chencin, Szydlow, Wodzislaw1. Im 17. Jahrhundert vergrößerte sich ihre Zahl um drei weitere Gemeinden: Tyszowce2, Sandomierz, Szczebrzeszyn, so daß die Zahl der Hauptgemeinden in Kleinpolen sich auf neun erhöhte3. Den Mittelpunkt bildete damals Opatow, als Hauptstadt eines Kreises vieler kleinerer Gemeinden und Ansiedlungen, wie: Sandomierz, Kolbuszowa, Tarlow, Klimontow, Ozarow, Baranow, Mielec, Sokolow, Ostrowiec, Dzikow, Rzochow, Rudniki, Iwaniska, Ömielow4. Die Zeit, in der sich die Juden in Opatow niederließen, ist in Dunkel gehüllt. Wie es scheint, waren sie dort schon im Jahre 1518, als die Stadt in den Besitz Szydlowieckis kam, ansässig. Im Jahre 1634 wanderten viele Juden in Opatow ein, und es bildete •sich dort ein besonderes Juden viertel, das von Juden aus den niederen Schichten gegen eine Belohnung seitens der Gemeinde 1 Siehe mein כתבי הגאונים, Pietrkow 1928, S. 72. Balaban: Dzieje Zyddw w Krakowie I, Krakau 1913, S. 255, 256. 2 Vorrede zu תולדות אברהם, Przemysl 1881. 3 כתבי הגאונים a. a. O. Vgl. die Approbatioi? der Rabbiner der Vier־־ iändersynode zum עמודיה שבעה (Prag 1674), wo sich folgende Unterschrift des Rabbiners von Szczebrzeszvn findet: ונאום הצעיר באלפי יהודה חונה בפךק שעברעשין מבודד חשע ק ה לו ת.. So erzählt auch Jefcoscha Heschel, Rabbiner in O., in seinem מגילת יוחסין, daß sein Großvater, Moses in 0״ ״V orsteher der neun Gemeinden“ war. Siehe אבות עמדה לבנים, 'Warschau 1927, am Ende. A Balaban: Dzieje Zydow, S. 265, 267.