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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 5

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Neuerscheinungen zur Geschichte der Philosophie der Neuzeit [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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geschichtlichen Vergleiche sind vielfach ־unrichtig, So heißt es bei der Darstellung der Mendelssohnschen Erkenntnistheorie: ״Der Erkenntnistrieb will den Menschen nach der Natur der Dinge, der Biliigungstrieb die Dinge nach der Natur des Menschen umbilden. Da auch diese Differenzierungsweise beider Erkenntnisarten (!) eine auffallende Aehnlichkeit verrät mit der Kopernikanischen Wendung in der Kritik der reinen Vernunft, möchten wir die Gelegenheit ergreifen, die engen Beziehungen der Kantschen und Mendelssohnschen Philosophie aufzuhellen und ihre gegenseitige Beeinflussung nachzuweisen. Dazu bietet uns aber besonders treffende Belege Mendelssohns Metaphysik, weshalb wir jetzt zu ihr übergehen.“ (S. 50.) ,,Wie später Kant der Metaphysik nur den konstitutiven Gebrauch abspricht, ihr aber den regulativen Gebrauch um sö nachdrücklicher postuliert, ebenso meint auch Mendelssohn schon vor Kant, daß niemand sich ihrer entaußern dürfe, weil sie zur Regelung unseres praktischen Lebens unumgänglich notwendig sei/' (S. 56.) Es ist nicht erfindlich, was das Billigüngsverrnögen Mendelssohns mit der Kritik der reinen Vernunft zu tun hat und wie Kants Kritik der Metaphysik auf Mendelssohns Metaphysik beruhen soll. Carl Gebharflt: Leone Ebreo. Dialoghi D’Ämore. Hebräische Gedichte. Herausgegebeii mit einer Dar- Stellung des Lebens und des Werkes Leones. Bibliographie, Register zu den Dialoghi, Uebertragung der Hebräischen Texte, Regesten, Urkunden und Anmerkungen. Verlag Karl Winter, Heidelberg 1929. Mit diesem unter Unterstützung von Stephan S. Wise und Julian Morgenstern prächtig ausgestatteten Werk, einem Manualdrück der Editio princeps der Dialoghi Leone Ebreo s, die 1607 zum letzten Mal aufgelegt wurden, Unternimmt es Geb- 11 ä r d t, Leone der Vergessenheit zu entreißen, in die er und sein Werk gesunken sind. Auf Grund sorgfältiger Studien und in Zusämmenarbeit mit einer Reihe italienischer, portugiesischer, deutscher und jüdischer Gelehrten sucht G. Leben und Leistung Leohes in helles Licht zu setzen. Es steht für G. fest, daß Leone mit Pico dellä Mirandola in persönliche Berührung gekommen ist, und er seine Philosophie im Anschluß an F i c i n ö und Pico gestaltete. Gleichwohl sei Leone nicht nur ein selbständiger Denker, sondern er, ein Jude, ,,hat der Renaissance ihren Mythus gegeben und die Renaissance hat ihn rezipiert. Von Hier aus hat der größte Versuch zur Religion, den die Neuzeit kennt, seinen Ausgang genommeii.“ ,,Spinoza hat die Liebe als metaphysisches Weltprinzip von Leone übernommen, wenn er sie später auch unter dem Einfluß des hobbesischen selfish Systems zum Selbsterhaltuilgstrieb rationalisierte. Er hat seine Güterlehre orientiert äii der aristotelischen Dreiteilung Leönes unter dem höchsten Gut der ßäcopiä. Die Synthese des averröistischen intellectus ageiis mit der platonischen Ideenlehre, die das Eigentümliche der Erkenntnistheorie Leones austnächt, hat Spinoza in seiner Lehre vom intellectus iiifinitüs und den essentiae weitergebildet, wie auch sein Begriff von der Ewigkeit individuellen Geistes in der virtü heröica Leones TvüHzelt. Uiid schließlich ist Leönes große Synthese der Gottesliebe Und der Gotteserkenntnis im aiiior Dei intellectüalis nach Begriff und Formel

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