Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Die Zunahme der jüdischen Einwohner in den Vorortgemeinden Groß-Berlins
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829959-2829961-2849200--48871-2849296- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
59 56. Friedrichshagen 99 205 107 57. Rahnsdorf *- 18 58. Müggelhain *— — -- 59. Schmöckwitz — 11 -- 60. Grünau 18 23 28 61. Bohnsdorf — 13 — 62. Weißensee 618 855 38 63. Malchow — 1 — 64. Wartenberg — — — 65. Hohenschönhausen 44 64 45 66. Zehlendorf 291 543 90 67. Dahlem 20 635 3 075 68. Nicolassee 54 179 231 69. Wannsee 8 156 1 850 Zusammen 54 037 85 550 60 Alt Berlin 90 006 87 122 — 3 Groß Berlin Bevölkerung Gr. Berlins 144 043 3 734 258 172 672 4 024 165 20 ־f־־ 8 So ist Alt Berlin ־amgeben von einem Kranz von 69 Vororten, von denen einzelne Großgemeinden sind, and von fast ebensoviel kleinen oder größeren Anwesen. Seit Jahrzehnten ergießt sich ein Strom von Einwohnern aus der Altstadt nach den Außenbezirken und schickt seinen Hauptzweig nach dem Westen, während ex nach den andern Bezirken schwächer fließt. Trotzdem wohnen in Alt Berlin noch 87 122 Juden, mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung. An erster Stelle steht die City mit 30 977 Juden, ihre Zahl hat sich gegenüber 1910 zwar um rund 3000 vermindert und ist um etwa 7 Prozent zurückgegangen, aber der Bestand der jüdischen Anteile hat sich besser gehalten, wie der der ganzen Bevölkerung, die einen Verlust von 13 Prozent innerhalb des Zeitraumes von 1910 bis 1925 aufzuweisen hat. Diese Erscheinung findet ihre Erklärung darin, daß in der City das Scheunen viertel liegt, in dem das Ostjudentum sein Lager aufgeschlagen hat. In diesem alten Wohnviertel mit den z. T. verfallenen Häusern, die über kurz und lang abgerissen werden sollen, hausen zusammengepfercht Tausende von Ostjuden, die dem Stadtteile ein eigenes jüdisches Gepräge verleihen. Zur Zeit der Inflation glaubte man bei Durchquerung der Straßenzüge dieses Viertels sich nach Rußland oder Galizien versetzt, aber nach Konsoli-־ dierung der Währung trat eine Abwanderung dieser armen Menschen ein, denen die Möglichkeit einer Existenz genommen war, aber noch immer birgt das Zentrum den Hauptteil der ausländischen Juden, Stark durchsetzt mit ausländischen Juden ist auch der Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg, in dem die jüdischen Anteile von 19081 auf 20419 zugenommen haben, etw^a um 7 Prozent, in demselben Umfang ,wie die Gesamtbevölkerung, und ähnlich liegen die Verhältnisse auf :^r^Wedding. Dagegen ist die Zahl der jüdischen Einwohner in den Stadtbezirken Kreuzberg, Friedrichshain und Tiergarten, mit dem ältesten Westen mehr oder weniger zurück« gegangen. . .