Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Das doppelte Hiph'il und Pi'el der Aggada
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 5)
- Language
- German
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51 ,,ich (selbst) werde töten“. Nebenbei bemerkt wäre auch das persönliehe Erscheinen und Durchschreiten (ועבדתי) Gottes durch Mizrajim ganz überflüssig, wenn er die Tötung der Erstgeborenen durch irgend einen Himmelsboten ausführen lassen wollte. Noch klarer ist diese Schrifterklärung in der Passachhaggada angewendet. Hier handelt es sich um die Erklärung des Satzes in Deut 268 ויוציאנו ד״ ממצרים וגו״. — Da הוצא ein H. ist, kann es beide Bedeutungen haben: ,,Er befreite uns“ (selber), aber auch ,,Er ließ uns (durch einen Himmelsboten) befreien“. Der Haggadist entscheidet sehr kategorisch für die einfache H.-Bedeutung: לא ע״י מלאך ולא ע״י שרף ולא ע״י שליח אלא הקב״ה בכבידו ובעצמו und als Beweis führt er unseren Vers Ex 1212 an, dessen Zeitwörter er der Reihe nach anführt und als persönlich ausgeführte Handlungen erklärt ועברתי ,והכתי ,אעשה, von denen ja das 1. und 3. als Kalformen nichts anderes als persönliches Handeln bedeuten können. Zum Ueberfluß fügt er noch die Erklärung der Worte אני ד״ hinzu, die seine Auffassung erhärten: אני הוא ולא אחר. B. Pi'eiformen. Da das Pi'el oft, ähnlich wie das H., eine faktitive Bedeutung hat, kann es ebenfalls auf die beim H. nachgewiesene Weise aggadisch verwertet werden. Dafür mögen folgende Beispiele angeführt sein: 1. Mech. zu Ex 1919 ר, אליעזר אומר מנין אתה א־מד שאין הקב״ה מדבר עד שמשה אומר דבר ובו׳ לכך נאמר משה ידבר והאלהים יעננו בקול R. Elieser erklärt also das Zeitwort ידבר als doppeltes Pi'el. Während das einfache Pi'el bedeuten würde: ,,Mose sprach“, bedeutet das doppelte Pi'el ,,M. forderte (Gott) zum Sprechen a u f“, woraus der Lehrsatz R. Eliesers abgeleitet werden kann. 2. Mech. zu Ex 13s bringt die Erklärung des Bibelverses Deut 810 wie folgt: ואכלת ושבעת וברכת, זו ברכה ראשנה (הזן), על הא־ץ וו ברכה שניה (ארץ), הטובה זו ירושלים. Diese Mech. wird in Ber. 48b in anderer Lesart gebracht: וא״ר מנין לברכת המזון מן התורה שנא׳ ואכלת ושבעת וברכת וו ברכת הזן את ד׳ אלהיך וו ברכת הומון, weiche Lesart exegetisch unmöglich ist. Umgekehrt wäre richtiger, dann würde sich וברכת auf ברכת הזמון beziehen נברך לאלהינו ובו׳, während aus den Worten את ד׳ אלהיך auf die שם ומלכות enthaltende ברכת הון gefolgert wird. Tatsächlich bringen Tos. das 46a s. v. עד היכן die Lesart וברכת' זו ברכת הומון את ד׳ אל׳ זו ב׳ הון, ebenso liest auch הגר״א in seinen Glossen, wie auch Tosiphta Ber. VII 1 und Jer. Ber. VII 1. — Wie deutet aber וברכת auf ברכת הומון hin? Das Pi'el ברך bedeutet als einfaches Pi'el: die Benediktion sprechen, als doppeltes P. aber: andere auf fordern, veranlassen, daß sie den Tischsegen sprechen נברך, was ja das Wesen des זימון ist. Obiger Zusammenstellung liegt es ferne, auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben. Jeder, der sich mit Talmud und Midrasch befaßt, wird im Laufe seines Studiums die Zahl der Beispiele ver- 4*